Cassis richtete sich in seiner Erklärung zunächst in italienischer Sprache an die Bundesversammlung. Er bedankte sich für den Respekt und das Vertrauen. Nach 18 langen Jahren Abwesenheit ziehe die italienischsprachige Schweiz nun wieder in den Bundesrat ein.
Er sehe im Resultat der Wahl den Willen, den Zusammenhang im Sinne der Verfassung zu stärken, sagte Cassis. "Im Namen des Kantons Tessins möchte ich Ihnen allen danken."
Die Schweiz stehe vor grossen Herausforderungen, stellte Cassis fest. Die Grenzregionen spürten grossen Druck, mehr als der Rest der Schweiz. "Mit Ihrer Entscheidung haben Sie auch diese Realität anerkannt", sagte der neu gewählte Bundesrat.
Die Vereinigte Bundesversammlung habe sich auf die Stärken der Willensnation Schweiz besonnen. Jetzt biete sich die Gelegenheit, den Zusammenhalt zu stärken. "Ich stelle mich als Schmied in Ihren Dienst und will unser Land noch stärker zusammenschmieden", sagte Cassis. "Ich werde alles daran setzen, Sie alle in meinem neuen Amt nicht zu enttäuschen."
Cassis zollte auch jenen Respekt, die ihm ihre Stimme nicht gegeben hatten. "Wir können anderer Meinung sein, aber wir haben grundsätzlich alle die gleichen übergeordneten Ziele für die Schweiz."
Respekt für die anderen Meinungen sei ihm als Freisinniger sehr wichtig, sagte Cassis. Was Freiheit sei, lasse sich nicht besser ausdrücken, als es Rosa Luxemburg getan habe: "Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden."
Cassis betonte, dass er im Bundesrat mit grossem Respekt vor den Andersdenkenden in der Regierung und in der Bevölkerung die Entscheide des Gremiums mittragen werde, auch wenn er bei einem Entscheid unterlegen sei.
Zuletzt bedankte sich Cassis bei seiner Familie, seinen Freunden und seiner Frau. Er habe versprochen, im Falle einer Wahl der Gleiche zu bleiben. Und er werde der Gleiche bleiben.