(sda) Die Finanzkommission des Nationalrates fordert neue Regeln zu Sparmassnahmen: Sparen soll der Bund vor allem in jenen Bereichen, die stark gewachsen sind. Zudem soll er lieber ganz auf bestimmte Aufgaben verzichten statt überall ein wenig sparen.

Die Kommission hat eine entsprechende Motion beschlossen, wie die Parlamentsdienste am Freitag mitteilten. Sie will den Bundesrat beauftragen, das Finanzhaushaltsgesetz zu ändern. Eine starke Minderheit beantragt dem Nationalrat, die Motion abzulehnen.

Die Kommission schreibt in ihrem Vorstoss, heute müssten bei Sparmassnahmen stets Bereiche wie die Landwirtschaft oder die Armee Sparbeiträge leisten - Bereiche mit schwach gebundenen Ausgaben, in welchen Sparmassnahmen ohne Gesetzesänderungen möglich sind. Ausserdem würden in der Verwaltung Querschnittkürzungen im Eigenbereich vorgenommen.

Im Gesetz will die Kommission nun verankern, dass der gänzliche Verzicht auf bisherige staatliche Aufgaben Vorrang vor Querschnittskürzungen hat. Zudem soll prioritär in jenen Aufgabenbereichen gespart werden, die während den letzten fünf Legislaturperioden das stärkste Ausgabenwachstum aufwiesen.

Weiter soll der Bundesrat bereits bewilligte Verpflichtungs- und Voranschlagskredite sperren können. Gesetzliche Ansprüche und im Einzelfall rechtskräftig zugesicherte Leistungen blieben vorbehalten.