Das Protokoll verpflichtet die Mitgliedstaaten unter anderem dazu, Bürgerinnen und Bürgern in ihrer Gebietskörperschaft das aktive und das passive Wahlrecht einzuräumen.
Laut Justizministerin Simonetta Sommaruga erfüllt die Schweiz die Anforderungen des Zusatzprotokolls schon heute. Das Land könne damit aber zeigen, dass die aktive Mitgestaltung der Bürgerinnen und Bürger am Gemeindeleben ein echter Mehrwert sei.
Zudem habe die Schweiz aktiv an der Ausgestaltung des Protokolls mitgewirkt. Im Moment der Ratifikation dann plötzlich abseits zu stehen, sei nicht sehr konsequent.
Eine Ratifikation durch die Schweiz könne andere europäische Staaten dazu ermutigen, mehr Demokratie auf lokaler Ebene zu wagen, sagte im Namen der Befürworter Claude Béglé (CVP/VD). Sie habe deshalb Symbolcharakter. Die Schweiz sei hier zahlreichen europäischen Nachbarstaaten einen Schritt voraus, da sie die partizipative Demokratie bereits eingeführt habe.
Nur die SVP stellte sich geschlossen gegen eine Ratifikation. Das Zusatzprotokoll habe keinen Mehrwert für die Schweiz und sollte deshalb nicht ratifiziert werden, begründete Yves Nidegger (SVP/GE) die Position seiner Fraktion.