(sda) Der Bund prüft bis im Sommer die Zulassung von Aids-Tests für den Heimgebrauch. Dies schreibt der Bundesrat in einer am Montag veröffentlichten Antwort auf eine Frage aus dem Nationalrat. Anders als etwa in Frankreich und den USA sind die Tests hierzulande noch verboten.

In letzter Zeit seien verschiedene Produkte auf den europäischen Markt gekommen, die sich in der Handhabung als einfach und sicher erwiesen, schreibt das Innendepartement (EDI) in seiner Antwort auf eine Frage des Walliser SP-Nationalrates Mathias Reynard.

Die Eidgenössische Kommission für sexuelle Gesundheit prüfe nun die Möglichkeit, die HIV-Heimtests auch für die Schweiz zu empfehlen. Bislang hatte sie dies abgelehnt. Die Bedingungen für eine gesicherte Qualität der Diagnose, Beratung und Therapie einer so schwerwiegenden Infektionskrankheit seien nicht erfüllt.

Gibt die Kommission eine positive Empfehlung ab, wird das Heilmittelinstitut Swissmedic laut EDI bis im Sommer über die Zulassung entscheiden.

Die Tests, die eine HIV-Infektion in weniger als einer halben Stunde nachweisen, sind umstritten. Befürworter hoffen, dass mit den Tests sonst unerkannte Infektionen entdeckt werden. Gegner der Tests argumentieren dagegen, HIV-Tests sollten von Fachleuten vorgenommen werden und nicht von Privatleuten. Schon kleinste Anwendungsfehler könnten ein falsches Testergebnis liefern.