Am Vortag hatte GPDel-Präsident Claude Janiak (SP/BL) im Ständerat über die Sache berichtet. Vermisst werden sieben Ordner und 20 Dossiers zum Untersuchungsbericht von Pierre Cornu. Dieser untersuchte die Beziehungen zwischen der P-26 und analogen Organisationen im Ausland.
Bei den vermissten Akten handle es sich teilweise um Einvernahmeprotokolle, sagte Heer. Das Verteidigungsdepartement (VBS) habe den klaren Auftrag, diese Dokumente zu suchen. "Es könnte sein, dass hier Sabotage betrieben wurde", sagte Heer.
Dokumente zur P-26 lagern zudem offenbar im privaten Bunker-Museum zur P-26, auf das die GPDel gestossen war. Die Delegation sei klar der Meinung, dass diese ins Bundesarchiv gehörten, sagte Heer. Sie behalte sich vor, dem Museum einen Besuch abzustatten.
Zu diesem Thema äusserte sich auch Lisa Mazzone (Grüne/GE). Sie kritisierte, dass die vorhandenen Akten - darunter der Untersuchungsbericht Cornu - noch einer Schutzfrist unterliegen und nicht veröffentlicht werden. Diese müssten zugänglich gemacht werden, und zwar in ungeschwärzter Form, forderte sie. In anderen Ländern seien die Dokumente zu den Geheimarmeen längst veröffentlicht worden.
Vom Untersuchungsbericht war damals eine Medienversion erstellt worden. Der Bundesrat entschied sich aber gegen eine Veröffentlichung. Verteidigungsminister Guy Parmelin hat nun aber dem Vorschlag der GPDel zugestimmt, die eingeschwärzte Version des Berichts noch vor Ablauf der Schutzfrist unter Auflagen zugänglich zu machen.
Nach dem Ständerat nahm auch der Nationalrat den Jahresbericht der Geschäftsprüfungskommissionen und der Geschäftsprüfungsdelegation zur Kenntnis, der Anfang Februar veröffentlicht wurde. Die geheime Widerstandsorganisation P-26 war 1990 aufgedeckt und anschliessend aufgelöst worden.