Die Zahl der Lastwagen- und Sattelschlepperfahrten durch die Alpen ging von Juli 2015 bis Juni 2017 um weitere 5,6 Prozent zurück, während der Schienengüterverkehr um 18,8 Prozent wuchs. Dies steht im neusten Verlagerungsbericht des Bundesrates.
Der Nationalrat hat am Donnerstag den Bericht zur Kenntnis genommen. Die Mehrheit attestierte der Landesregierung weitere Fortschritte bei der Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene. "Die Zahlen werden immer besser", frohlockte Regula Rytz (Grüne/BE).
Ziel nicht aus den Augen verlieren
In absoluten Zahlen sank die Zahl der Lastwagenfahrten auf 975'000 Fahrten pro Jahr. Das ursprüngliche Ziel von jährlich noch 650'000 alpenquerenden Fahrten bis Ende 2018 liegt aber ausser Reichweite. Diese Einschätzung hat die Regierung zum wiederholten Mal bestätigt. Gleichzeitig betont sie, sie wolle weiterhin an dieser Marke festhalten.
Gründe zur Annahme, dass das Ziel zu einem späteren Zeitpunkt erreicht wird, gibt es nach Ansicht des Bundesrates: dann nämlich, wenn die NEAT durch den Ausbau ihrer Zulaufstrecken und die Fertigstellung des 4-Meter-Korridors ihre volle Kapazität und Produktivität ausspielen könne.
"Extremes Erfolgsmodell"
Die SP-Fraktion hielt dem Bundesrat zu Gute, dass er trotz Druck gewisser Kreise an dem Verlagerungsziel festhalte. Dazu brauche es jedoch zusätzliche Massnahmen, forderte Thomas Hardegger (ZH). Der Bundesrat zeige im Bericht nicht auf, wie er das Ziel mittelfristig erreichen wolle, kritisierten mehrere Redner.
Ähnlich sah dies die vorberatende Verkehrskommission. Sie hat der Verwaltung den Auftrag erteilte, bis Ende Jahr einen Zwischenbericht vorzulegen. Darin soll der Bundesrat Strategien aufzeigen, wie er mittelfristig das Verlagerungsziel erreichen will, wie Thierry Burkart (FDP/AG) im Namen der Kommission erklärte.
Bundespräsidentin Doris Leuthard bezeichnete die Verlagerungspolitik als "extremes Erfolgsmodell". Mit der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels werde ihr noch eine wichtigere Rolle zukommen. Der Bundesrat werde die bestehenden Instrumente und Massnahmen weiterführen.