In seinen 20 Jahren Bundespolitik haben er nie ein Geheimnis daraus gemacht, für wen und für was sein Herz schlage, sagte Carobbio. 2010 habe das Parlament einen Unternehmer in den Bundesrat gewählt. So habe es in der Natur der Sache gelegen, dass Schneider-Amman das Volkswirtschaftsdepartement übernommen und es nicht aus mehr der Hand gegeben haben.
Carobbio würdigte besonders den Einsatz des abtretenden Bundesrats für die Berufsbildung. Er habe sich für das duale Berufsbildungssystem eingesetzt, weil es jungen Menschen eine Perspektive biete, sagte sie. Die Berufsbildung sei ein Trumpf der Schweiz, alle hätten die Chance auf eine Spitzenausbildung.
Schneider-Ammann habe es als eine der wichtigsten Aufgaben der Politik betrachtet, dass das so bleibe. "Bereits als Nationalrat wiesen sie darauf hin, dass eine beschäftigte Gesellschaft eine geordnete Gesellschaft ist." Inzwischen finde das Schweizer Berufsbildungssystem international Beachtung - auch dank Schneider-Ammann, einem der wichtigsten Promotoren.
Carobbio erinnerte in ihrer Würdigung auch an die 13 Handelsabkommen, die während Schneider-Ammans achtjähriger Amtszeit abgeschlossen wurden, darunter das Freihandelsabkommen mit China. Damit sei das Risiko der wirtschaftlichen Abhängigkeit gesenkt worden. Weitere Abkommen seien inzwischen weit fortgeschritten.
Die Nationalratspräsidentin hob auch die menschlichen Qualitäten des abtretenden Bundesrats hervor. Weggefährtinnen und Weggefährten aus seiner Nationalratszeit schätzten nicht nur seine breite Sachkenntnis, sondern auch seine Warmherzigkeit und Gelassenheit. "Man mochte Ihre Dialog- und Kompromissbereitschaft", sagte Carobbio.
Die Nationalratspräsidentin zeigte sich überzeugt, dass Schneider-Ammann die Arbeit des Parlaments weiterhin aus der Ferne kritisch verfolgen werde. Dabei müsse er sich künftig keine Sorgen mehr machen, ob er gerade den Politiker-Hut, den Verbandshut oder den Unternehmer-Hut anhabe.