Der Vorstoss stammt von der Bildungskommission des Ständerats. Diese hatte spät zugewanderte Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Familiennachzug und der Heiratsmigration im Fokus. Die Kommission wollte sich an der Integrationsagenda orientieren. Diese hat unter anderem zum Ziel, dass alle Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommenen nach drei Jahren Grundkenntnisse einer Landessprache haben.
Der Ständerat stimmte dem Anliegen letzten Herbst ohne Gegenstimme zu. Im Nationalrat fand die Motion keine Mehrheit. Der Auftrag sei mit der Integrationsagenda erfüllt, sagte Kommissionssprecher Hans-Ulrich Bigler (FDP/ZH). Es gebe genügend Angebote, um den Einstieg in die Berufswelt zu ermöglichen. Bigler sprach von "gut gemeintem Aktivismus".
Der Bundesrat lehnt die Motion zwar ebenfalls ab. Justizministerin Karin Keller-Sutter zeigte sich mit der Beurteilung der Kommission aber nicht ganz einverstanden. Bei der Ausarbeitung der Integrationsagenda habe sich Klärungsbedarf bei der Gruppe von spät zugewanderten Jugendlichen und jungen Zuwanderern ergeben, sagte sie.
Ein Bericht dazu soll noch dieses Jahr vorliegen. Diese Arbeiten sollten abgewartet werden. Keller-Sutter bekräftigte aber das Ziel, dass 95 Prozent der Jugendlichen in der Schweiz einen Abschluss der Sekundarstufe II machen sollen. Dieses gelte auch für spät zugewanderte Jugendliche und junge Erwachsene. Der Rat lehnte die Motion aus dem Ständerat mit 115 zu 67 Stimmen ab.