(sda) Am Grundsatz "English only" im kontrollierten Luftraum wird trotz der Kritik aus Luftfahrtkreisen und aus dem Nationalrat vorerst festgehalten. Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat dies in erster Linie mit Aspekten der Sicherheit im Flugverkehr begründet.

Der Aargauer FDP-Nationalrat Matthias Jauslin und der Walliser CVP-Nationalrat Thomas Egger hatten den Bundesrat aufgefordert, die neue Regelung zurückzunehmen, die das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) auf den kommenden 20. Juni umsetzt.

Das Bundesamt "boxe" diese Änderung durch, obwohl die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrats am vergangenen 13. Mai ohne Gegenstimme eine Kommissionsmotion verabschiedet hat, die den Verzicht auf eine Änderung der Sprachregelung für den nicht gewerbsmässigen Sichtflug verlangt.

Die Schweiz habe die Herausforderung, dass vier Landessprachen gesprochen und drei davon in der Luftfahrt benutzt würden, sagte Sommaruga am Dienstag in der Fragestunde des Nationalrats. Dieses Sprachengemisch berge die Gefahr von sprachlichen Missverständnissen und Risiken für die Flugverkehrsleitung.

Auch durch die Annahme der Kommissionsmotion habe sich die Ausgangslage für das Bazl nicht geändert, um die Rechtsgrundlage umzusetzen. Das Bundesamt habe das Anliegen sorgfältig geprüft und die Interessen abgewägt. Wenn das Parlament eine Änderung wolle, dann werde das Gesetz halt wieder angepasst.

"Sprachüberlegungen sind zwar sehr wichtig, aber am Schluss wollen wir doch Sicherheit im Luftraum gewähren", sagte Sommaruga. "Es geht darum, dass alle im richtigen Moment alles richtig verstehen", sagte sie.