(sda) Auch im Nationalrat streiken die Frauen. Nationalratspräsidentin Marina Carobbio (SP/TI) hat sie Sitzung am Freitag um 11 Uhr für eine Viertelstunde unterbrochen, damit die Ratsmitglieder aus Solidarität mit den Frauen an einer der verschiedenen Aktivitäten teilnehmen können.

Der Ratssaal leerte sich in der Folge rasch. Um 11 Uhr soll gemäss dem Streik-Aufruf in der Schweiz alles stillstehen, weil die Frauen ihren Arbeitsplatz verlassen und sich "mit viel Lärm" sichtbar machen werden.

Im Nationalrat waren nicht alle mit dem Sitzungsunterbruch einverstanden. SVP-Nationalrat Andreas Glarner versuchte vergangene Woche, die Pause mit einem Ordnungsantrag zu verhindern. Über seine Fraktion hinaus fand er aber keine Unterstützung.

Der 14. Juni ist ein Schlüsseldatum für die Gleichstellung von Mann und Frau in der Schweiz. 1981 hiess das Volk den entsprechenden Verfassungsartikel gut. 1991, zehn Jahre später, legten eine halbe Million Frauen in der Schweiz die Arbeit nieder, angeführt von den Gewerkschaften. "Wenn Frau will, steht alles still", war das Motto.