Die Regierung muss nun darlegen, was sie von der Einführung eines solchen Dienstes hält und ob sich dieser eignen würde als Lösungsansatz für die Schwierigkeiten, mit denen das schweizerische Milizsystem heute konfrontiert ist. Denn im Verhältnis zur ständigen Wohnbevölkerung leisten immer weniger Menschen Dienst, was dazu führt, dass es für die Armee immer schwieriger wird, ihren Personalbedarf zu decken.
Laut einer Umfrage der Universität Bern im Jahr 2017 haben zudem mehr als die Hälfte der Gemeinden in der Schweiz Mühe, alle Ämter zu besetzen; speziell betroffen sind die Gemeinderäte und das Schulwesen. Gewisse Modelle sehen vor, dass ein öffentliches Amt in einer Gemeinde als Bürgerdienst anerkannt werden könnte.
Weitere Tätigkeitsfelder wären insbesondere der Zivilschutz, der Bevölkerungsschutz, die Landwirtschaft, Betreuungs- und Pflegeleistungen, kulturelle und sportliche Tätigkeiten, Vereinsarbeit und die Kirchen.
Der Bundesrat zeigte sich einverstanden mit dem Inhalt des Postulats. Ein Bericht sei bereits in Bearbeitung. Die Regierung hatte bereits zwischen 2014 und 2016 eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um das Dienstpflichtsystem zu überprüfen. Im Schlussbericht wurde auch kurz das Modell des Bürgerdienstes genannt, ohne dass jedoch konkret auf die Modalitäten und Auswirkungen des Modells eingegangen worden wäre.