(sda) Beim Kinderabzug ist der Nationalrat auf Erfolgskurs. Die Einigungskonferenz hat sich für seine Variante ausgesprochen: Der allgemeine Steuerabzug für Kinder soll von 6500 Franken auf 10'000 Franken erhöht werden. Der Nationalrat stimmte am Donnerstag mit 124 zu 55 Stimmen zu.

Der Entscheid des Ständerats steht noch aus. Die kleine Kammer hatte sich durch drei Beratungsrunden hinweg gegen die Erhöhung des Kinderabzugs ausgesprochen. Ein Grund dafür war, dass davon vor allem Gutverdienende profitieren.

250 Millionen Franken dieser Steuersubvention gingen an die reichsten 15 Prozent, sagte Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo (SP/LU). Das sei "ein Armutszeugnis für dieses Parlament." Der Aargauer SP-Nationalrat Cédric Wermuth drohte auf Twitter mit dem Referendum gegen die "Reichensubvention".

Der andere Grund ist, dass die Vorlage mit dem Titel "Steuerliche Berücksichtigung der Kinderdrittbetreuungskosten" zur Behebung des Fachkräftemangels gedacht war. Von Anfang an waren sich National- und Ständerat darüber einig gewesen, dass Eltern für die externe Betreuung von Kindern künftig höhere Steuerabzüge machen können solle.

Bei der direkten Bundessteuer wären es statt 10'100 Franken bis zu 25'000 Franken. Die Summe entspricht in etwa den Kosten für einen nichtsubventionierten Krippenplatz für fünf Tage pro Woche.

Stimmt auch der Ständerat zu, kommt die Vorlage am Freitag in die Schlussabstimmung. Lehnt der Ständerat ab, ist die Vorlage vom Tisch - inklusive höherem Abzug für die Betreuungskosten.