(sda) Der Ständerat will Interessenkonflikte von Stimmrechtsberatern bei börsenkotierten Aktiengesellschaften offenlegen und vermeiden. Er hat eine Motion von Thomas Minder (parteilos/SH) mit diesem Anliegen oppositionslos angenommen. Der Bundesrat ist einverstanden damit.

Stimmt auch der Nationalrat Ja, muss die Regierung zu den sogenannten "Proxy Advisors" eine Gesetzesänderung vorlegen - unter Berücksichtigung der internationalen Entwicklung. Im Rahmen der Aktienrechtsrevision lehnte das Parlament eine Offenlegungslösung ab, jedoch aus formellen Gründen.

Es erscheine sachgerecht, eine alternative gesetzliche Regelung zur Lösung dieser Frage zu prüfen und vorzuschlagen, schrieb der Bundesrat denn auch in seiner Antwort auf Minders Vorstoss. Er sei bereit, Lösungen zu suchen.

Die Stimmrechtsberater halten selber nicht oder nur minim Aktien. Sie vermögen aber mit ihren Stimmrechtsempfehlungen namhafte Anteile von Aktienstimmen zu bewegen. Insbesondere angelsächsischen Stimmrechtsberatern kommt bei Generalversammlungen von Schweizer Publikumsgesellschaften regelmässig ein ausschlaggebendes Gewicht zu.

Zunehmend gerieten "Proxy Advisors" aber auch unter Druck, sagte Minder am Montag im Ständerat. So entstünden Interessenkonflikte, wenn die Stimmrechtsberater einerseits die Unternehmen analysierten, bewerteten und kritisierten, andererseits aber gleichzeitig Beratungsdienstleistungen für dieselben Emittenten anböten.