(sda) Der Bundesrat soll in einem Bericht aufzeigen, wie ein Konsumkredit in einer digitalen Form abgeschlossen und widerrufen werden kann. Der Nationalrat hat am Mittwoch ein entsprechendes Postulat mit 119 zu 72 Stimmen gutgeheissen.

Bislang sei dies digital nicht möglich, die Unterlagen müssten noch eigenhändig unterzeichnet und abgeschickt werden, sagte Marcel Dobler (FDP/SG). Das führe zu unnötigem Aufwand; die Kunden wollten dies heute schnell und effizient im Internet machen.

Geprüft werden soll daher, wie das Konsumkreditgesetz geändert werden kann, dass ein Konsumkredit "unter Wahrung des heutigen Schutzniveaus für Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer" angepasst werden kann. Weil das Postulat ausdrücklich festhalte, dass das heutige Schutzniveau erhalten bleiben soll, sei der Bundesrat bereit, einen neuen Weg zu suchen, sagte Justizministerin Karin Keller-Sutter.

Prisca Birrer-Heimo (SP/LU) wehrte sich vergeblich für einen besseren Schutz der Konsumenten. Das Schriftliche habe eine wichtige Schutzfunktion. Es führe dazu, dass man nicht "blindlings mit wenig Klicks" einen Kredit abschliesse. Mit der digitalen Möglichkeit würde eine Hemmschwelle dafür wegfallen, einen Kredit aufzunehmen. Dadurch könnten Konsumenten mit wenigen Klicks in eine Verschuldungsspirale geraten.