(sda) Das zweite Paket der Nachtragskredite zur Bewältigung der Corona-Pandemie ist abgesegnet. Der Ständerat ist am Donnerstag auf die Linie des Nationalrats eingeschwenkt. Er ist dafür, dass Profifussball- und -Eishockeyspieler, deren Clubs wegen der Corona-Krise mit Darlehen unterstützt werden, je nach Einkommen unterschiedlich hohe Einbussen tragen müssen.

Der zusätzlichen Bedingung könne zugestimmt werden, weil die Kontrolle pragmatisch mit Stichproben erfolgen könne, sagte Peter Hegglin (ZG/CVP) im Namen der Finanzkommission. Zudem gebe es tatsächlich Lohnexzesse. Der Rat folgte der Empfehlung mit 23 zu 18 Stimmen bei einer Enthaltung. Vergangene Woche hatte der Ständerat den Vorschlag des Nationalrats noch abgelehnt.

Bund und Profiligen haben vereinbart, dass die mit Darlehen unterstützten Klubs die Löhne der Spieler um durchschnittlich 20 Prozent senken müssen, sofern sie das Darlehen nicht innert drei Jahre zurückzahlen. Mit der progressiven Senkung der Löhne soll vermieden werden, dass mit Bundesgeldern überhöhte Löhne finanziert werden.

Minderheitensprecher Olivier Français (FDP/VD) entgegnete, dass die privatwirtschaftlichen Basisprinzipien eingehalten werden müssten. Auch aus Sicht des Bundesrats ist es "falsch, wenn sich die Politik in die Lohnpolitik der Clubs einmischt", wie Finanzminister Ueli Maurer sagte. Er erachtet die Vorgaben jedoch als nicht so eng, da die Clubs in der genauen Ausgestaltung der Progression frei seien.

Beim betroffenen Darlehen für den Sport geht es um 175 Millionen Franken. Mit dieser Summe soll in den nächsten sechs Monaten der Betrieb von Fussball- und Eishockeyligen sichergestellt werden.

Mit dem Einlenken des Ständerats ist das zweite Kreditpaket von 14,9 Milliarden Franken parlamentarisch unter Dach und Fach. Der grösste Teil der nachträglich zum Voranschlag 2020 bewilligten Gelder - 14,2 Milliarden Franken - geht an die Arbeitslosenversicherung für die Finanzierung der Kurzarbeitsentschädigung.