Dafür sind in der Immobilienbotschaft rund 130 Millionen Franken vorgesehen. Der erste Teil des Bauprojekts ist bereits abgeschlossen. In die Räumlichkeiten zogen letzten Sommer die Bundesanwaltschaft (BA), das Bundesamt für Polizei (fedpol), das Bundesamt für Rüstung (armasuisse) sowie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) ein.
Der Baustart für die zweite Bauetappe ist für Anfang kommenden Jahres vorgesehen. In das mehrstöckige Bürogebäude sollen voraussichtlich im Sommer 2026 Verwaltungseinheiten des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) einziehen.
Homeoffice und weniger Büroplätze
Die zweite Etappe des Baus am Guisanplatz sei absolut notwendig, sagte Finanzminister Ueli Maurer im Rat. Mit den Erfahrungen der Covid-19-Pandemie werde der Bund aber künftig nicht mehr so viele Arbeitsplätze brauchen. Homeoffice sei auch in der Bundesverwaltung angekommen.
Es brauche nicht mehr für 100 Prozent der Angestellten Arbeitsplätze, es gehe in Richtung 60 oder 70 Prozent. Ausserdem werde es künftig mehr mobile Arbeitsplätze für die Mitarbeitenden des Bundes geben. Das bedeute, dass nicht mehr jede und jeder seinen eigenen Schreibtisch habe.
Agroscope-Laborneubau in Posieux
Der zweitgrösste Betrag, 153,2 Millionen Franken, sind für die Erstausstattung des Agroscope-Laborneubaus in Posieux im Kanton Freiburg vorgesehen. Dieser Betrag beinhaltet den bereits beschlossenen Umzug von Liebefeld (BE) nach Posieux.
Agroscope ist das Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftliche Forschung und ist dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) angegliedert. Der Neubau des Laborgebäudes in Posieux wird vom Kanton Freiburg finanziert, erstellt und nach Fertigstellung an die Eidgenossenschaft vermietet. Nach 25 Jahren kann es vom Bund übernommen werden.
Dieses Vorgehen kritisierte die Sprecherin der Finanzkommission im Rat. Es müsse die Ausnahme bleiben, dass Dritte auf Bundesboden bauten, weil damit die Schuldenbremse umgangen werde, sagte SP-Ständerätin Eva Herzog (BS). Man sehe aber ein, dass es in diesem Fall günstiger gekommen sei.
Neuausrichtung von Agroscope
Die Realisierung des Laborneubaus ist ein Kernelement zur Umsetzung der zukünftigen Standortstrategie von Agroscope, die der Bundesrat am 8. Mai 2020 verabschiedet hat. In Zukunft soll Agroscope aus einem zentralen Forschungscampus in Posieux (FR), je einem regionalen Forschungszentrum in Changins (VD) und Reckenholz (ZH) sowie dezentralen Versuchsstationen bestehen.
Der Laborneubau ermöglicht eine Konzentration der Laboraktivitäten und der Forschungstechnologie und reduziert mittel- und langfristig die Kosten für Betrieb und Unterhalt der Laborinfrastrukturen von Agroscope.
Der Verpflichtungskredit "Weitere Immobilienvorhaben 2020" von 175 Millionen Franken wird für nicht einzeln spezifizierte Vorhaben verwendet. Darunter fallen unter anderem Bauvorhaben des Bundesamts für Bauten und Logistik (BBL), die weniger als 10 Millionen Franken kosten.
Das Geschäft geht in den Nationalrat.