(sda) Investitionen von 21,1 Milliarden Franken plant der Bundesrat 2021 bis 2024 für die Armee. Für die Anschaffung von Material und Rüstungsgütern sowie für Immobilien beantragt er weitere 2,7 Milliarden Franken. Am Mittwoch debattiert der Nationalrat darüber.

Der vom Bundesrat beantragte Zahlungsrahmen für die Armee für die nächsten vier Jahre sieht ein reales Wachstum des Armeebudgets von 1,4 Prozent pro Jahr vor. Der aktuelle vierjährige Zahlungsrahmen umfasst knapp 20 Milliarden Franken.

Der neue Zahlungsrahmen soll es ermöglichen, in den nächsten Jahren mehrere Systeme zu erneuern. Das sind namentlich die Kampfflugzeugflotte sowie das System der bodengestützten Luftverteidigung (Bodluv).

Die Mehrheiten der Sicherheitspolitischen Kommission (SiK) und der Finanzkommission (FK) gaben der Vorlage grünes Licht. "Eine Armee am Leben erhalten zu wollen, ohne ihr die nötigen Mittel zu sprechen, ist ein Abschied auf Raten", sagte Thomas Rechsteiner (CVP/AI) namens der SiK.

"Die Risiken haben sich verändert"

Eine rot-grüne Minderheit wollte vom Bundesrat eine überarbeitete Vorlage und beantragte Rückweisung. Lediglich SP und Grüne stellten sich hinter die beiden Anträge, diese scheiterten klar.

Die Gegner kritisieren, dass die aktuellen militärischen Bedrohungen in den Bereichen Terrorismus, Cyber und Informationssicherheit zu verorten seien. "Die Risiken haben sich verändert", sagte Marionna Schlatter (Grüne/ZH).

Die Lehren der grössten Mobilmachung seit dem Zweiten Weltkrieg - wegen der Corona-Pandemie - müssten in die Botschaft einfliessen, forderte Schlatter. Klima-Herausforderungen und Herausforderungen im Bereich Frieden und Sicherheit seien dringender als die Abwehr an der Grenze, sagte Priska Seiler Graf (SP/ZH).

Frieden und Sicherheit

Die Bürgerlichen wollten die Vorlage beraten. Die Armee müsse die selbstständige Verteidigung der Schweiz sicherstellen, forderte Daniel Zuberbühler (SVP/AR). Neue Bedrohungen ersetzten die aktuellen nicht, sagte Jacqueline de Quattro (FDP/VD), sondern ergänzten sie.

Auch künftige Generationen sollten in Frieden und Sicherheit leben können, so de Quattro. "Einfach die Summe nach Belieben kürzen, ist unverantwortlich", mahnte Ida Glanzmann (CVP/LU). François Pointet (GLP/VD) warf die Frage auf, ob ein bewaffneter Konflikt auf lange Zeit unwahrscheinlich bleibe.

Kürzungsanträge auf dem Tapet

Zur Armeebotschaft 2020 gehört neben dem Zahlungsrahmen für die Jahre 2021 bis 2024 auch Kreditanträge von über rund 2,7 Milliarden Franken für Armeematerial, Rüstungsgüter und Immobilien. Die Mehrheit der Nationalratskommission stimmt diesen ebenfalls zu. Es liegen allerdings mehrere Minderheitsanträge für Kürzungen vor.

Der Ständerat, der die Vorlage als Erstrat behandelt hatte, hatte keine Einwände an der Vorlage. Er winkte sie in der Sommersession durch.