(sda) Der Bundesrat soll dafür sorgen, dass alle massgeblichen Statistiken und Studien des Bundes nach Geschlechtern aufgeschlüsselt sind. Auswirkungen von Situationen auf die Geschlechter sollen untersucht und dargestellt werden.

Das fordert der Ständerat mit einer Motion von Eva Herzog (SP/BS), die er am Donnerstag mit 27 zu 15 Stimmen unterstützte. Die Motion geht nun an den Nationalrat.

Herzog hatte als Beispiel Erhebungen zur Jugendarbeitslosigkeit genannt oder zur Kurzarbeit in der Corona-Krise. Die Folgen davon für Frauen und Männer könnten unterschiedlich sein. Eine umfassende Datenbasis sei ein wichtiger Schritt zur Gleichstellung. "Man weiss nicht immer vorher schon, was geschlechterrelevant ist."

Der Bundesrat war gegen die Motion. Innenminister Alain Berset räumte zwar ein, dass die Situation für Frauen und Männer nicht immer dieselbe sei, nicht zuletzt in der Corona-Krise. Sei die Frage relevant, werde schon heute in Studien des Bundes eine Aufschlüsselung nach Geschlecht vorgenommen.

Berset sicherte ausserdem zu, im Rahmen der Nationalen Strategie für die Gleichstellung einen Leitfaden für Studien auszuarbeiten. Trotz Verständnis für die Motion: Die geforderte Aufschlüsselung in "allen massgeblichen Studien" geht zu weit.