"Dieses Virus hat uns in allen Bereichen an unsere Grenzen geführt", sagte Hans Stöckli. Es habe unsägliches Leid in zahlreiche Familie gebracht, es habe die Wirtschaft gelähmt. Auch habe die Pandemie Spuren hinterlassen, die noch lange sichtbar sein werden.
Der Tiefpunkt seines Präsidialjahres sei denn auch der Abbruch der Frühjahrssession gewesen. Ein Fortführen sei aber trotz gegenteiligen Voten aus dem Rat nicht möglich gewesen, weil die Sicherheit der Ratsmitglieder nicht mehr habe gewährleistet werden können. "Die Räte haben aber nie aufgehört zu arbeiten", betonte Stöckli.
Der Höhepunkt seiner Amtszeit sei dann gewesen, dass in der ausserordentlichen Session in der BernExpo alle Geschäfte hätten erledigt werden können. Als Zeichen und in Erinnerung an die ausserordentliche Session und deren Erfolg habe er dann mit Nationalratspräsidentin Isabelle Moret (FDP/VD) und Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga drei Bäume gepflanzt worden.
Unter jedem der drei Bäume sei eine Tafel mit einer Inschrift befestigt mit den Worten "Gemeinsam können wir wachsen. Gemeinsam können wir gestärkt aus der Krise herauskommen." Dies je einmal auf Deutsch, Französisch und Italienisch.
Die Corona-Pandemie habe der Digitalisierung einen Schub verliehen, sagte Stöckli. Die Kommissionssitzungen könnten nun auch auf Distanz durchgeführt werden. Es müssten nun die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen geschaffen werden, damit dies weiterhin möglich werde.
Apropos Distanz: Wegen Corona konnte Stöckli nur eine Auslandreise unternehmen, die nach Bratislava und Wien führte. In der Schweiz begleitete er im Rahmen des Projekts "En Route - mit der Jugend für Demokratie" unter anderem 23 Projekte und Veranstaltungen. Zudem habe er zusammen mit Moret elf Kantone besucht.
Bei seiner Wahl habe er ausgeführt, dass dies ein Schritt in die falsche Richtung sei, weil er Macht und Freiheit gerne geniesse, sagte Stöckli mit seinem gewohnten Witz. Als Präsident sei seine Freiheit beschnitten gewesen - er habe immer vor Ort sein müssen und habe nicht die Wahl gehabt, ob er kommen wolle oder nicht. Zudem habe keine Macht gehabt, weil er nicht abstimmen konnte. Er werde daher mit Freude in den Ständerat zurückkehren, wo er seine Macht und Freiheit zurück gewinnen werde.