Der Ständerat hat die vom Nationalrat angenommene Motion mit 22 zu 17 Stimmen abgelehnt. Diese ist damit vom Tisch. Er hat aber mit 39 zu 0 Stimmen ein Postulat seiner Verkehrskommission überwiesen, das zunächst eine Gesamtschau verlangt. Er folgte damit der Mehrheit seiner Verkehrskommission (KVF-S).
Die Minderheit und der Bundesrat hätten die Motion bevorzugt. Paul Rechsteiner (SP/SG) erinnerte an das Unglück von Daillens VD, bei dem 2015 Schwefelsäure und Natronlauge ausliefen. Ursache war ein Schaden an einem Zisternenwagen. Die Gefährdungshaftung stamme aus einer Zeit, da Unternehmen Bahnunternehmen, Infrastrukturbetreiber und auch Eigentümer der Güterwagen gewesen seien.
Lisa Mazzone (Grüne/GE) erinnerte an das Risiko für die Menschen, die in der Nähe der Bahnstrecken lebten. Das Postulat sei die zweitbeste Lösung nach der Motion, denn mit ihm gehe wertvolle Zeit verloren. Olivier Français (FDP/VD) ergänzte, ein Signal des Parlaments bringe etwa für den Dialog mit den umliegenden Ländern.
Man habe auf den Unfall von Daillens reagiert, hielt Josef Dittli (FDP/UR). Er ist Präsident der Verladenden Wirtschaft, und er erwähnte eine Temporeduktion und Massnahmen bei der Qualität der Kesselwagen. Es gebe internationale Vereinbarungen zum Thema. Beschliesse der Rat Zusätzliches, gebe das Probleme.
Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga verwahrte sich gegen Behauptungen, die Schweiz würde mit der Motion eine Insellösung wählen oder Arbeitsplätze gefährden. Das heutige Gefährdungsrecht sei veraltet, und es brauche eine Klärung. "Es geht um die Frage, wer bezahlt."