Der Ständerat hat dazu am Dienstag zwei Motionen an den Bundesrat überwiesen, mit denen auch die Landesregierung einverstanden ist. In den den Augen der Sicherheitspolitischen Kommission (SIK-S) funktioniert die Pflichtlagerhaltung an sich gut in der Schweiz.
Aber bei den Vorräten von medizinischen Gütern - Atemschutzmasken, Schutzbekleidung, Schutzausrüstungen und Desinfektionsmittel - habe sich in der Pandemie Handlungsbedarf gezeigt. Zurzeit werde in Zusammenarbeit mit Alcosuisse eine Reserve von 6000 Tonnen Ethanol aufgebaut - ab 2022 soll es der Pflichtlagerpflicht unterstehen.
Seit Anfang 2019 ist der Schweizer Ethanolmarkt liberalisiert. Alcosuisse, der frühere staatliche Alleinimporteur von Ethanol, wurde privatisiert und 2018 an Thommen-Furler verkauft.
Die Firma habe in der ersten Pandemiewelle nicht genug Ethanol liefern können, kritisierte Thomas Minder (parteilos/SH) im Ständerat und forderte "mehr Dynamik" bei der Anpassung der Pflichtlager-Vorgaben. Die Pflichtlager würden mit der Branche laufend überprüft, entgegnete Wirtschaftsminister Guy Parmelin. Aus der Krise würden die Lehren gezogen.