(sda) Der Bund soll Massnahmen prüfen, wie das Angebot an Nachtzügen ausgebaut werden könnte. Der Nationalrat hat am Mittwoch als Erstrat einen entsprechenden Vorstoss aus der Mitte-Fraktion überwiesen.

Der Bundesrat soll abklären, wie das Nachtzugangebot attraktiver gemacht und weiter entwickelt werden könnte. Der Nationalrat hat am Mittwoch ein Postulat von Stefan Müller-Altermatt (Mitte/SO) mit 123 zu 61 Stimmen bei fünf Enthaltungen angenommen.

Der Postulant begründete seinen Vorstoss namentlich mit dem Verweis auf andere Länder wie Österreich, die Niederlande oder Schweden, die Nachtzüge staatlich förderten. Sein Prüfungsauftrag sei auch im Lichte der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes zu sehen. "Unsere Familie verlässt die Schweiz nur im Nachtzug."I

In der Übersicht soll der Bundesrat aufzeigen, welche Instrumente oder Anreize es bräuchte, um das Nachtzug-Angebot zu verbessern. Klimafondsgelder stehen dafür allerdings nach dem Nein des Stimmvolkes zum CO2-Gesetz am letzten Sonntag nicht mehr zur Verfügung, wie Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga im Rat betonte.

Sommaruga: Jetzt nicht alles stoppen

Der Bundesrat verschliesse sich dem Anliegen trotzdem nicht. Nachtzüge seien eine gefragte und attraktive Alternative in der Bevölkerung. Es gehe auch darum, ein Zeichen zu setzen nach dem letzten Sonntag, "dass jetzt nicht alles gestoppt wird".

Die Sbb und ihre österreichische Partnerin ÖBB wollen das Angebot im Nachtzugverkehr von sechs auf zehn Linien ausbauen. Geplant sind unter anderen neue Nachtzüge ab der Schweiz nach Amsterdam, Rom und Barcelona.

Alfred Heer (SVP/ZH) wehrte sich im Namen seiner Fraktion vergeblich gegen eine Überweisung des Vorstosses. Der Postulant mache einen "groben Denkfehler" mit seiner Forderung. Sie führe letztlich nur zu mehr Mobilität. Die Fluggesellschaften würden bald nachziehen und die Preise senken. Und CO2 werde auch nicht eingespart, "wenn man mit Kohlenstrom durch Deutschland rattert".