Die kleine Kammer verwarf den Vorstoss der Baselbieter Ständerätin Maya Graf (Grüne) mit 22 zu 21 Stimmen bei einer Enthaltung.
Graf verwies unter anderem auf die abgebrochenen Verhandlungen über ein Rahmenabkommen mit der EU. Diese hätten grosse Auswirkungen namentlich auf die Grenzkantone - etwa, was exportorientierte Branchen und den Forschungsstandort angehe.
Für den Fall des Abschlusses eines Rahmenabkommens habe der Bundesrat in Aussicht gestellt, die Mitsprache der Kantone gesetzlich neu zu regeln, sagte Graf in der Debatte. Es zeige sich aber, dass unabhängig davon die heutige Regelung nicht mehr zeitgemäss sei. Bei zahlreichen Themen könnten die Kantone ihre Aufgaben nur wahrnehmen, wenn sie aussenpolitisch mitreden könnten. Dies gelte etwa für die Umwelt- und Verkehrspolitik.
Unterstützung erhielt Graf von ihrem Ratskollegen Benedikt Würth (Mitte/SG). Die heutige Regelung gebe den Kantonen vor allem bei Verhandlungen Rechte. Dies reiche jedoch nicht aus. Die Aussenpolitik gehe auch weiter, wenn nicht verhandelt werde.
Der Bundesrat wehrte sich gegen den Auftrag. Die Aussenpolitik sei Sache des Bundes, wobei Verfassung und Gesetz schon heute festlegten, dass dieser Rücksicht auf die Kantone zu nehmen habe und sie anhören müsse.
Ein frühzeitiger Einbezug der Kantone wäre nur nötig gewesen, wenn sich die Schweiz für eine dynamische Übernahme von EU-Recht entschieden hätte, sagte Aussenminister Ignazio Cassis in der Debatte. Schon heute gebe es zudem zahlreiche Gefässe, in denen sich Kantone und Gemeinden einbringen könnten. Als Beispiel nannte Cassis die Bodensee-Konferenz.