Der Nationalrat überwies dazu am Donnerstag ein Postulat von Claudia Friedl (SP/SG), das 36 weitere Ratsmitglieder mit unterschrieben hatten, mit 110 zu 75 Stimmen und bei 3 Enthaltungen. Der Bundesrat ist mit dem Auftrag einverstanden.
Nur wenn Frauen mitredeten, würden geschlechtsspezifische Auswirkungen von Krisen und Konflikten sichtbar, argumentiert Friedl im Vorstoss. Beim Wiederaufbau nach Konflikten würden aber nur sichtbare Folgen berücksichtigt, etwa Verletzte und zerstörte Infrastruktur, argumentierte sie.
Aussen vor blieben indirekte Folgen von Konflikten, also der radikale Abbau oder die Zerstörung der staatlichen Dienstleistungen und damit der Wohlfahrt aller. Care-Aufgaben verlagerten sich dadurch auf die privaten Haushalte und zum grössten Teil auf die Frauen. Geschlechtsspezifische Entwicklungszusammenarbeit müsse neben der physischen auch die soziale Infrastruktur im Fokus haben.
Laut Aussenminister und Bundespräsident Ignazio Cassis ist die Forderung bereits Teil der Strategie für Internationale Zusammenarbeit. Sie gehöre mittlerweile zum weltweiten Standard. Im verlangten Bericht werde der Bundesrat eine Übersicht der derzeitigen Schweizer Tätigkeiten auf dem Gebiet erstellen.
Die Svp- und etliche Mitglieder der FDP-Fraktion war gegen das Postulat. Roland Rino Büchel (SG) störte sich am Ausdruck "garantiert". Die aktive Mitarbeit von Frauen an Friedensförderung und Entwicklungszusammenarbeit sei wichtig und die Schweiz nicht untätig auf diesem Gebiet. Eine absolute Forderung mit einem Ruf nach Geld brauche es nicht.