Mit 90 zu 83 Stimmen ohne Enthaltungen sprach sich die grosse Kammer gegen ein entsprechendes Postulat ihrer Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK-N) aus.
Eine Minderheit der Kommission stellte sich gegen den Vorstoss, setzte sich aber im Rat durch. Die Verwaltung werde mit dem Postulat unnötig beschäftigt, sagte Andreas Gafner (EDU/BE).
Der Bundesrat erklärte sich zwar mit der Stossrichtung des Postulats einverstanden, empfahl es aber dennoch zur Ablehnung. Eine Datenerhebung, die wie gefordert biographische Angaben zu Künstlerinnen und Künstlern einfliessen lasse, sei angesichts der Grösse des Kultursektors nicht realistisch. Bereits heute gebe es etwa im Filmbereich Massnahmen, das Bundesamt für Kultur und Pro Helvetia prüften dies auch in anderen Bereichen.
Die Kommissionsmehrheit argumentierte gestützt auf eine Vorstudie im Auftrag von Pro Helvetia vergeblich, die Karrierechancen von Frauen im Kulturbereich seien schlechter als jene von Männern. Frauen seien etwa in Leitungsfunktionen, als Autorinnen und Komponistinnen untervertreten und oft auch wirtschaftlich schlechter gestellt. Zugleich fehle es aber an Informationen, um die Missstände gezielt angehen zu können, sagte Kommissionssprecherin Valentine Python (Grüne/VD).