(sda) Der Bundesrat muss keinen Bericht verfassen, in dem aufgezeigt wird, wie die Zahl von überschüssigen Labortieren nachhaltig reduziert werden kann. Der Ständerat hat am Dienstag ein entsprechendes Postulat abgelehnt.

Das Postulat, das einen Bericht des Bundesrates zum Züchten und Töten von überschüssigen Labortieren verlangt, lehnte der Ständerat mit 18 Nein- zu 15 Ja-Stimmen bei 2 Enthaltungen ab.

Maya Graf (Grüne/BL) wollte damit den Bundesrat beauftragen aufzuzeigen, wie die "Hunderttausende von Labortieren", die jedes Jahr bei der Zucht von Versuchstieren entstehen und überzählig sind, nachhaltig reduziert werden können. Zudem sollte der Bundesrat prüfen, wie die Erhebung und Entwicklung dieser Tierzahlen in der Statistik jährlich, realistisch, zeitnah und für die Öffentlichkeit nachvollziehbar werden könne.

Graf stellte fest, dass laut der Tierversuchsstatistik der letzten Jahre rund zwei- bis dreimal so viele Versuchstiere gezüchtet, importiert und in engen Käfigen gehalten werden, wie im Tierversuch genutzt werden. Die meisten sogenannten Überschusstiere, die aufgrund ihres Geschlechts oder einer genetischen Veränderung nicht einsetzbar seien, müssten euthanasiert und entsorgt werden. Die derzeit gängigste Tötungsmethode mittels CO2-Vergasung sei für viele Tiere äusserst qualvoll.

Der Bundesrat beantragte die Ablehnung des Postulats. Bundesrat Alain Berset betonte, es seien bereits konkrete Bestrebungen im Gang, um die Anzahl überschüssiger Versuchstiere stark zu vermindern. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) habe beispielsweise im Mai 2021 den Forschungsauftrag "Das Leben von Tieren humaner beenden" vergeben.

Dabei würden mögliche CO2-Alternativen zur Euthanasie von Labortieren erforscht, die weniger (oder kein) Leiden hervorrufen. Umfassende Ergebnisse seien 2025 zu erwarten. Angesichts dieser und weiterer bereits bestehender und geplanter Aktivitäten erübrigt sich aus Sicht des Bundesrates ein zusätzlicher Bericht. Ausserdem sei die Tierversuchsstatistik bereits heute transparent, umfassend und von guter Qualität.