Gemäss der Motion von Tamara Funiciello (SP/BE) sollen Opfer in den Krisenzentren spezialisierte medizinische und psychologische Erstbetreuung und Unterstützung erhalten. Die Zentren sollen zudem die Dokumentation des Falls und die Sicherung der Spuren garantieren, ohne Verpflichtung zur Anzeige.
In der Waadt gebe es solche Zentren bereits, berichtete Funiciello. Die Erfolgschancen für die Strafverfolgung sei in diesem Kanton deutlich höher als in Zürich, wo es keine solchen Zentren gebe.
Die Zahl der Fälle von häuslicher und auch sexueller Gewalt in der Schweiz nehme zu, begründete Jacqueline de Quattro (FDP/VD) ihre Motion. Spuren der Gewaltakte müssten rasch aufgenommen und verwahrt werden für den Fall, dass sich ein Opfer erst längere Zeit nach der Tat entscheide, Anzeige zu erstatten.
Therese Schläpfer (SVP/ZH) beantragte ein erfolglos ein Nein und warnte vor Doppelspurigkeiten. Opferhilfestellen gebe es bereits in den Kantonen. Der Rat nahm die Motion von Funiciello mit 130 zu 43 Stimmen und jene von de Quattro mit 133 zu 44 Stimmen an. Die Motionen gehen an den Ständerat.