(sda) Das Parlament will Krisenzentren für die Opfer von Gewalt schaffen. Nach dem Nationalrat hat am Dienstag auch der Ständerat eine Motion zum Thema angenommen. Der Bundesrat ist mit dem Auftrag einverstanden.

Gemäss der Motion von Marina Carobbio Guscetti (SP/TI) sollen Opfer in den Krisenzentren spezialisierte medizinische und psychologische Erstbetreuung und Unterstützung erhalten. Die Zentren sollen zudem die Dokumentation des Falls und die Sicherung der Spuren garantieren, ohne Verpflichtung zur Anzeige.

In der Waadt gibt es solche Zentren bereits. Die Erfolgschancen für die Strafverfolgung sei in diesem Kanton deutlich höher als in Zürich, wo es keine solchen Zentren gebe, war vergangene Woche auch im Nationalrat zu hören.

Die Zahl der Fälle von häuslicher und auch sexueller Gewalt in der Schweiz nimmt zu. Spuren der Gewaltakte müssten rasch aufgenommen und verwahrt werden für den Fall, dass sich ein Opfer erst längere Zeit nach der Tat entscheide, Anzeige zu erstatten, lautete der Tenor im Parlament.

Justizministerin Karin Keller-Sutter sagte im Ständerat, dass der Bund die Kantone bei der Umsetzung der Hilfe für Opfer von Gewalt unterstützen werde.