(sda) Wer schafft den Sprung in den Bundesrat? Bei der SVP wollen Albert Rösti und Hans-Ueli Vogt die Nachfolge von Ueli Maurer antreten. Eva Herzog und Elisabeth Baume-Schneider schielen auf den freiwerdenden SP-Bundesratssitz von Simonetta Sommaruga. Am Mittwochvormittag fällt die Entscheidung.

Wenn die Vereinigte Bundesversammlung um 8 Uhr zusammentritt, endet ein intensiv geführter Wahlkampf um die zwei Regierungssitze. Die Basler SP-Ständerätin Eva Herzog und der Berner SVP-Nationalrat Albert Rösti gelten seit längerem als Favoriten.

Nach den Hearings bei den sechs Parlamentsfraktionen ist aber keine Vorentscheidung gefallen. Vier Fraktionen lassen ihren Mitgliedern freie Hand und legten sich im Vorfeld nicht öffentlich fest, welche der zwei Kandidatinnen und welcher der zwei Kandidaten mehr Stimmen holen wird. Nur die GLP liess verlauten, dass ihre Mitglieder mehrheitlich Eva Herzog die Stimme für die Nachfolge Sommarugas geben werden.

Keine grossen Störmanöver erwartet

Doch eine Jurassierin und ein Zürcher sind in Lauerstellung. Auch SP-Ständerätin Elisabeth Baume-Schneider und alt SVP-Nationalrat Hans-Ueli Vogt sind noch im Rennen. Gerade Baume-Schneider habe in den vergangenen Tagen aufholen können, heisst es hinter den Kulissen. Am Mittwochmittag wird man wissen, wer den Einzug in den Bundesrat geschafft hat.

Die Wahl läuft geheim ab. Alle National- und Ständeräte können wählen, wen sie wollen. Normalerweise gehen die meisten Stimmen an die offiziellen Kandidatinnen und Kandidaten auf dem Ticket. Eine "wilde Wahl" gilt nach den Hearings als ausgeschlossen.

Nebst der SP wird mit der Mitte mindestens eine zweite Fraktion am frühen Mittwochmorgen zu einer Sitzung zusammentreten. Jedoch sind taktische Manöver auch nach der sogenannten "Nacht der langen Messer" unwahrscheinlich.

Showdown um Departementsverteilung

Nach der Wahl der zwei neuen Mitglieder der Landesregierung wird am Mittwoch auch das Bundespräsidium für das kommende Jahr neu gewählt. Turnusgemäss ist Innenminister Alain Berset an der Reihe, der bereits 2018 das Repräsentationsamt innehatte. Verteidigungsministerin Viola Amherd wird voraussichtlich als Vizepräsidentin gewählt und dürfte das Bundespräsidium 2024 übernehmen.

Spannender wird das Rennen um die Departemente. Der neu zusammengesetzte Bundesrat wird nach den Ersatzwahlen darüber entscheiden, wer ab kommendem Jahr welchem Departement vorstehen wird. Es ist keinesfalls gegeben, dass die neue SP-Bundesrätin das Umweltdepartement von Sommaruga erbt und der neue SVP-Bundesrat das Finanzdepartement von Maurer übernimmt. Wahrscheinlicher ist eine Rochade. Wie diese aussehen wird, ist noch offen.