Auf die Journalistenfrage, was es für ihre Arbeit ausmache, dass sie von der SVP Stimmen erhalten habe, sagte sie, dass dies ihre Haltung nicht beeinflussen werde. Sie habe Respekt für alle Fraktionen, und sie sei offen für den Dialog.
Zur Frage, ob sie nach ihrer Vorgängerin Simonetta Sommaruga zum neuen Feindbild der Rechtsbürgerlichen werden könnte, sagte Baume-Schneider, sie wisse sehr wohl zu unterscheiden zwischen persönlichen Angriffen und Angriffen, die ihr Amt mit sich bringe. "Gewisse Entscheide und Dossiers können mich zum Ziel machen."
Als erste Jurassierin im Bundesrat verspüre sie "viele Emotionen und Stolz", sagte Baume-Schneider auf eine weitere Frage. Jurassierinnen und Jurassier seien am Wahltag nach Bern auf den Bundesplatz gekommen. "Sie lieben ihren Kanton, und sie wollen ernst genommen werden." Auf der institutionellen Ebene sehe sie die Jura-Frage als gelöst an, sagte sie.
Zur Frage, was sie einem Ostschweizer oder einer Ostschweizerin antworten würde, die sich im Bundesrat mit lateinischer Mehrheit nicht mehr vertreten fühlten, sagte sie: "Ich höre zu." Sie komme zwar nicht aus der Stadt, habe aber in Lausanne gearbeitet.
Es sollten nun nicht die einen gegen die anderen ausgespielt werden, mahnte sie. Es sei wichtig, dass die Menschen wieder mehr Vertrauen in Politiker und Politikerinnen hätten. "Man muss Vertrauen haben und miteinander sprechen." Sie wolle mit der Nordwestschweiz zusammenarbeiten. "Meine Tür wird offen sein."
Baume-Schneider erreichte bei der Wahl am Mittwoch punktgenau das absolute Mehr von 123 Stimmen. Letztendlich dürfte sie den Entscheid für sich und gegen Eva Herzog also mit ihrer eigenen Stimme herbeigeführt haben. Sie habe für sich gestimmt, sagte sie auf eine Journalistenfrage.