Drei Wahlgänge brauchte die Vereinigte Bundesversammlung, um die Nachfolge von SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga zu bestimmen. Baume-Schneider lag zwar von Anfang an vor Herzog. Dass es dennoch drei Wahlgänge brauchte, lag am Zürcher Ständerat Daniel Jositsch.
Zunächst 58 und zuletzt noch sechs Ratsmitglieder stimmten für ihn, der selbst Begehren auf Sommarugas Sitz angemeldet hatte, aber aussen vor geblieben war, weil die SP-Fraktion ein Frauenticket bevorzugte. In den Reihen der Bürgerlichen könnte die frühe Ankündigung der SP-Spitze für Unmut gesorgt haben.
Baume-Schneider erreichte das absolute Mehr von 123 Stimmen schliesslich punktgenau. Für den jüngsten Schweizer Kanton ist ihre Wahl eine Premiere: Noch nie war der Jura in der Landesregierung vertreten.
In Basel wurde Herzogs Nichtwahl mit Enttäuschung aufgenommen. Für Unmut sorgte, dass Jositsch am Wahltag keine Verzichtserklärung abgegeben hatte.
SP-Fraktionschef Roger Nordmann sagte der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, es sei richtig gewesen, zwei Frauen aufs Ticket zu nehmen. "Wäre ein Mann auf dem Ticket gestanden, wäre er gewählt worden."
Die Wahl von Ueli Maurers Nachfolger Albert Rösti hingegen ging glatt über die Bühne. Er ging als Favorit ins Rennen und erhielt im ersten Wahlgang 131 von 243 gültigen Stimmen. Sein unterlegener Konkurrent war der ehemalige Zürcher Nationalrat Hans-Ueli Vogt.
Der neu zusammengesetzte Bundesrat ist zweifacher Hinsicht ziemlich einseitig. Städtische und wirtschaftsstarke Kantone sind in der Regierung nicht mehr vertreten. Und die Westschweiz stellt drei Bundesratsmitglieder, das Tessin eines und die von der Bevölkerung her gesehen grösste Deutschschweiz deren drei. Am (morgigen) Donnerstag berät die Regierung über die Departementsverteilung.