Die kleine Kammer sagte ohne Gegenstimme Ja zu zwei gleich lautenden Motionen der Nationalrätinnen Tamara Funiciello (SP/BE) und Jacqueline de Quattro (FDP/VD).
Wie Kommissionssprecher Carlo Sommaruga (SP/GE) ausführte, hätten sich die bestehenden Krisenzentren, namentlich in Bern und Genf, bewährt. Zudem erhoffe sich die Kommission durch die Zentren eine Verbesserung bei der Strafverfolgung von Sexualdelikten. Die Kommission empfahl die beiden Motionen einstimmig zur Annahme.
Sommaruga verwies auch darauf, dass der Ständerat eine gleich lautende Motion von Ständerätin Marina Carobbio Guscetti (SP/TI) im September bereits angenommen habe. Diese ist im Nationalrat für Donnerstag traktandiert.
Im Nationalrat waren die beiden Motionen lediglich von der SVP bekämpft worden, welche Doppelspurigkeiten im Bereich der Versorgung von Gewaltopfern befürchtete.
Nun ist der Bundesrat beauftragt, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Er empfahl die Motionen zur Annahme.
Laut den Motionärinnen sollen Opfer in den Krisenzentren spezialisierte medizinische und psychologische Erstbetreuung und Unterstützung erhalten. Die Zentren sollen zudem die Dokumentation des Falls und die Sicherung der Spuren garantieren, ohne Verpflichtung zur Anzeige.