Für einmalige Sport-Grossanlässe mit internationaler Ausstrahlung genehmigte die grosse Kammer am Donnerstag 28,65 Millionen Franken. Das Geld soll in den Jahren 2025 bis 2029 eingesetzt werden und beispielsweise der Ski-WM von 2027 im Wallis zugute kommen.
Der Rat bewilligte aber auch fünf Millionen Franken pro Jahr für wiederkehrende Grossanlässe mit internationaler Ausstrahlung. Damit will der Nationalrat etwa die Skiweltcup-Rennen in Wengen BE, Adelboden BE und St. Moritz GR unterstützen. Das macht für die Jahre 2025 bis 2029 insgesamt 25 Millionen Franken aus.
Der Antrag dafür kam von der vorberatenden Kommission. Der Bundesrat soll Kriterien für die Vergabe dieser Gelder definieren und in einer Verordnung festhalten. Bundesrätin Viola Amherd sprach sich im Rat gegen diesen Antrag aus. Er widerspreche der Sportförderverordnung.
Weitere 18 Millionen Franken will die grosse Kammer bereitstellen für Fördermassnahmen im Windschatten eines Grossanlasses. Damit entsprach er einem Antrag des Bundesrats.
Zu guter Letzt hiess der Nationalrat auch einen Antrag gut, eine Million Franken für den im November geplanten Billie-Jean-King-Cup zu reservieren, welcher in Zug geplant ist. Dabei handelt es sich um die Tennis-Team-Weltmeisterschaften der Frauen.
Und der Rat beschloss, im 28,65-Millionen-Kredit für einmalige Sport-Anlässe die darin vorgesehenen fünf Millionen Franken für diverse Veranstaltungen nicht um eine Million zu kürzen. Das schlug die Kommission vor, um die eine Million für den Billie-Jean-King-Cup zu kompensieren.
Insgesamt gab der Nationalrat also 72,65 Mio. Franken frei - 26 Mio. mehr als vom Bundesrat beantragt. Das Geschäft geht nun in den Ständerat.
Basis ist neue Strategie
Im Herbst 2021 stellte der Bund eine neue Strategie für die Unterstützung von Sportgrossanlässen vor. Er gab damals bekannt, den eidgenössischen Räten würden künftig für Anlässe ab einem Bundesbeitrag von 200'000 Franken periodisch rund alle drei bis vier Jahre Kreditbotschaften unterbreitet.
Der Bund könne schon heute internationale Sportveranstaltungen in der Schweiz unter gewissen Vorgaben unterstützen. Dies mit finanziellen Mitteln, aber auch mit Dienstleistungen der Armee und anderen Stellen. Mit der neuen Strategie solle die Planungssicherheit für die Organisatoren von Grossanlässen verbessert werden.
Die 28,65 Millionen Franken für einmalige internationale Grossanlässe sind ausser für die Ski-WM 2027 im Wallis für die Biathlon-WM 2025 in der Lenzerheide, die Snowboard- und Freestyle-WM 2025 in St. Moritz/Engadin, die Mountainbike-WM 2025 im Wallis, die Männer-Eishockey-WM 2026 in Zürich/Freiburg und die Special Olympics World Winter Games 2029 in Graubünden/Zürich vorgesehen.
Für die Ausschüttung von 18 Mio. Franken als Fördermassnahmen im Windschatten von Grossanlässen änderte der Bundesrat Anfang Jahr eine Verordnung.
Eine Voraussetzung für die Gewährung von Finanzhilfen unter diesem Titel ist ein Konzept des betroffenen Sportverbandes zur Frage, wie der Anlass als "Motor" für die Sportförderung genutzt werden kann. Höchstens vier Jahre lang sollen Projekte im Leistungs- und Breitensport gefördert werden können.
Der Bund deckt gemäss der Verordnung höchstens die Hälfte der Kosten der Fördermassnahmen. Bedingung für eine Unterstützung des Bundes ist, dass sich die betroffenen Kantone ebenfalls angemessen an der Finanzierung beteiligen.
Frauen-Fussball-WM noch nicht berücksichtigt
Nicht aufgeführt im Kreditbegehren des Bundesrats ist die Frauen-Fussball-WM 2025. Erhält die Schweiz den Zuschlag, will der Bundesrat eine Beteiligung des Bundes prüfen und gegebenenfalls einen separaten Antrag stellen. Amherd sagte am Donnerstag, ein Entscheid zur Vergabe dieses Anlasses sei für April in Aussicht gestellt worden.