Die grosse Kammer sagte am Dienstag mit 97 zu 87 Stimmen bei 8 Enthaltungen Ja zum Vorstoss. Damit wird das Büro des Nationalrats beauftragt, die Beziehungen zum taiwanesischen Parlament zu verstärken.
Die Zusammenarbeit trage bei zur Stärkung der Demokratie, zur Förderung von Frieden und Stabilität in der Region und zur Vertiefung des Austausches zwischen der Schweiz und Taiwan, sagte Kommissionssprecher Fabian Molina (SP/ZH). Eine Minderheit aus SVP und FDP war dagegen der Auffassung, dass der Vorstoss dem Konzept der parlamentarischen Diplomatie zuwiderlaufe und im derzeit angespannten internationalen Umfeld unangebracht sei.
Umstrittene Reise auf den Inselstaat
Die parlamentarische Freundschaftsgruppe Schweiz-Taiwan hatte Anfang Februar fünf Tage lang Taiwan besucht. Die Delegation wurde unter anderem von Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen, mehreren Ministern sowie hohen Beamten empfangen. Die Reise der Schweizer Parlamentarier war kein offizieller Besuch, sondern er galt als privat.
Der chinesische Generalkonsul in der Schweiz, Zhao Qinghua, bezeichnete den Besuch dennoch als "störend". Es handelte sich nach seiner Auffassung um eine offizielle Beziehungsaufnahme. Ein solcher Besuch tangiere die Basis für die diplomatischen Beziehungen mit China.
China sieht Taiwan als Teil des chinesischen Territoriums. Das Verhältnis zwischen Taipeh und Peking ist daher sehr angespannt.