"Am Schluss hat sich das Ticket der SP bewährt. Aber die Sozialdemokraten haben eine Ohrfeige erhalten. Auffällig viele Mitglieder der Bundesversammlung haben die Einschränkung auf zwei Kandidaten, die am linken Parteiflügel politisieren, nicht goutiert. Fast ein Drittel des Wahlkörpers wollte sich nicht sagen lassen, wen es zu wählen hat und wen nicht. Gleichzeitig werfen die 70 Stimmen für [Daniel] Jositsch die Frage auf, wie sinnvoll Tickets überhaupt sind. Sie stärken zwar den Einfluss der Parteien, schränken aber die Wahlfreiheit der Bundesversammlung ein. Die Zeit der Tickets dürfte also vorbei sein. Dieses Mal war es nicht mehr als eine Machtdemonstration. Eine, die die Linke gezwungen hat, ihre Stimmen auf den besser akzeptierten der beiden Kandidaten zu konzentrieren. Die nächste Wahl in den Bundesrat wird wohl unkontrollierbarer – aber auch freier und spannender."