(sda) In Bern haben sich am Mittwochmorgen rund 50 Sympathisanten des Zuger Bundesratskandidaten Martin Pfister zu einem Public Viewing versammelt. Die Wahl ihres Regierungsrates haben Guuggenmusigkollegen, Freunde aus der Stutentenverbindung und Mitglieder aus dem Zuger Parlament kräftig bejubelt und gefeiert.

Um halb sieben Uhr morgens ist der rund 50 Personen starke Tross in Baar in den Zug gestiegen. Die Stimmung ist aufgeräumt, die Guuggenmusik Snäfuu konzertiert im Gang des Zugabteils. Sie spielen Stücke von Duke Ellington oder Wilson Pickett.

"Ehrensache, dass wir zu Ehren unseres Mitglieds ihn bei dieser Wahl begleiten", sagt Thomas Meierhans, Zuger Mitte-Kantonsrat und Alt-Saxofonist bei der Guuggenmusik. Sein Kantonsratskollege Heinz Achermann hat eine Zuger Fahne dabei und ist optimistisch. "Ich spüre es: Er schafft es."

Gabriele Battiston, Präsident der kantonalen Jungen Mitte, bereitet derweil auf den sozialen Medien einen Eintrag mit dem neuen Bundesrat Pfister vor. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass Martin Pfister neuer Bundesrat wird." Er sei eine überlegte Person und habe in Zug gute Arbeit als Regierungsrat geleistet.

Geschichte schreiben

Es ist halb neun, die Schar hat sich im Restaurant zum Äusseren Stand versammelt. Im Gasthaus, in welchem 1848 die Bundesverfassung beschlossen wurde und im 19. Jahrhundert der Ständerat zehn Jahre lang tagte. Es gibt Kaffee und Gipfeli.

Heute soll aus Zuger Sicht wieder Geschichte geschrieben werden. Urs Gasser, kantonaler Delegierter aus Cham ist eine halbe Stunde vor dem definitiven Ergebnis zuversichtlich, dass es klappt. "Er ist ein Aussenseiter mit guten Chancen", sagt Gasser, der Pfister seit vielen Jahren kennt und ihn schon bei seiner Wahlkampftour als Regierungsrat begleitet hatte.

Dann endlich ist es so weit. Es ist 8.54 Uhr, als Nationalratspräsidentin Maja Riniker (FDP) die Resultate des ersten Wahlgangs verliest. Martin Pfister erhält 122 Stimmen von der Bundesversammlung, sein Kontrahent 105 Stimmen, Vereinzelte deren 18. Pfister fehlt eine Stimme zur Wahl in den Bundesrat. Lauter Applaus brandet auf.

Sie sei jetzt noch aufgeregter, sagt Kim Gunkel, Geschäftsführerin der Mitte Kanton Zug vor Ort. Er überrasche weiter positiv, sagt Patrick Röösli, Mitte-Kantonsrat und strahlt. "Offensichtlich hat er Markus Ritter in den letzten Tagen überholt."

"So ein Mann"

Die Spannung steigt. Die Liveübertragung wird unterbrochen. Die Guuggenmusik überbrückt die Wartezeit mit "New Orleans 1952".

Der zweite Wahlgang. Es ist 9.10 Uhr. Das Glöcklein klingelt. "Gewählt ist mit 134 Stimmen: Martin Pfister." Lauter Applaus brandet auf, die Smartphones werden gezückt. Ein zweites Mal wird kräftig in die Hände geklatscht, als er die Wahl annimmt und zum Parlament spricht.

Weissweingläser werden herumgereicht. Nach über fünfzig Jahren zieht wieder ein Zuger in die Landesregierung ein.

Die Guuggenmusik spielt "So ein Mann". Jetzt ist Feiern angesagt.