(sda) Der Nationalrat diskutiert über ein Verbot von Feuerwerkskörpern, die nur Knallgeräusche erzeugen. SVP und FDP fürchten bei einem Böller-Verbot einen Verlust von Freiheit und Tradition. Der Linken geht es um den Schutz von Tier, Mensch und Natur.

Diskutiert wird über den indirekten Gegenvorschlag zur Feuerwerk-Initiative, die ein Verbot von lauten Feuerwerken in der Verfassung verankern will. Die vorgeschlagenen Gesetzesänderungen der zuständigen Nationalratskommission sehen neben einem Verbot von Böllern unter anderem auch eine Ausweispflicht für besonders lautes Feuerwerk vor. Kantone sollen das Abbrennen von Feuerwerkskörpern zeitlich und örtlich auf bestimmte Anlässe beschränken können.

"Es geht nicht nur um Feuerwerk, es geht um unsere Freiheit und unsere Traditionen", sagte Roman Hug (SVP/GR) am Donnerstag. Es sei "ein Eingriff in unsere Kultur". Das Verbot würde sich zu einem bürokratischen Albtraum entwickeln und Probleme schaffen, die heute noch nicht bekannt seien. "Tiere und Menschen, die Ruhe brauchen, können auch ohne radikale Verbote und Bürokratieorgien geschützt werden", fügte Hug hinzu.

Regine Sauter (FDP/ZH) sieht durch ein Böller-Verbot die "kleine, aber feine" Schweizer Feuerwerksindustrie gefährdet. Sie findet das Verbot überflüssig, da es "regelt, was nicht geregelt werden muss". Ihre Parteikollegin Bettina Balmer (ZH) ergänzte: "Eigenverantwortung wird in der Schweiz gelebt und nicht durch radikale Verordnungen bestimmt."

Lärm schadet Tieren und Menschen

"Es ist kein Plädoyer für Zwang, Verbote und Einschränkungen, sondern ein Plädoyer für mehr Rücksicht", sagte Meret Schneider (Grüne/ZH) zu den vorliegenden Gesetzesänderungen. Für Beat Flach (GLP/AG) ist die Vorlage Ausdruck eines realen Problems. "Die Initiative ist ein Warnsignal und ein Aufruf an die Vernunft jener, die gerne Feuerwerk haben", so der 60-Jährige.

Die durch Feuerwerke verursachten Lärmbelastungen und Luftverschmutzungen seien belastend für Grundwasser, Landwirtschaft und vulnerable Personen, wie Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung, sagte Anna Rosenwasser (SP/ZH).

Auch Haus-, Nutz- und Wildtiere litten. "Panische Fluchtreaktionen führen zu Verletzungen und Todesfällen", sagte Kilian Baumann (Grüne/BE). Darüber hinaus leide die Landwirtschaft unter den grossen Mengen an Abfall.

EVP-Nationalrat Nik Gugger (ZH) brachte das Beispiel des Eisvogels zu Tisch. Dieser meide Brutplätze oder gefährde sonst seinen Nachwuchs. "Diese Arten zeigen uns, wie wichtig es ist, endlich zu handeln", so das Mitglied der Mitte-Fraktion. Als Alternative zu lauten Feuerwerken brachte er ruhige Drohnen-Lichtshows ins Spiel.