Nachdem Nationalratspräsident Dominique de Buman (CVP, FR) im Februar 2018 auf Einladung seines armenischen Amtskollegen mit einer parlamentarischen Delegation in Armenien geweilt hatte (siehe Link), empfing er am 25. September 2018 den Präsidenten der armenischen Nationalversammlung, Ara Babloyan, in Bern. Beim offiziellen Gespräch zeigte sich Nationalratspräsident de Buman erfreut über die demokratische Reife Armeniens und über die Stabilität des Landes, was seiner Ansicht nach eine Voraussetzung für künftige Investitionen ist. Er plädierte dafür, die bereits bestehende Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern zu verstärken, insbesondere in den Bereichen Landwirtschaft und Weinbau. Sein armenischer Amtskollege Ara Babloyan wiederum begrüsste die Vermittlertätigkeit der Schweiz, die zu einer Normalisierung der Beziehungen zwischen Armenien und der Türkei führen soll. Er wies allerdings darauf hin, dass die aktuelle Isolierung Armeniens die demokratische Entwicklung seines Landes erschwere.
Die armenische Delegation unterhielt sich mit der Präsidentin der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrates, Elisabeth Schneider-Schneiter (CVP, BL), und dem Präsidenten der Aussenpolitischen Kommission des Ständerates, Filippo Lombardi (CVP, TI), über den innenpolitischen Wandel im Frühling dieses Jahres in Armenien und über die Situation in Berg-Karabach. Ausserdem tauschte sich die Delegation mit der parlamentarischen Freundschaftsgruppe Schweiz–Armenien über die wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen Armeniens aus. Von Schweizer Seite nahmen folgende Ratsmitglieder am Gespräch teil: die zweite Vizepräsidentin des Nationalrates, Nationalrätin Isabelle Moret (FDP, VD), die Co-Präsidentin der Freundschaftsgruppe, Nationalrätin Marianne Streiff-Feller (CVP, BE), Nationalrätin Sibel Arslan (GPS, BS), Nationalrat Claude Béglé (CVP, VD), Nationalrat Daniel Brélaz (GPS, VD), Nationalrätin Laurence Fehlmann Rielle (SP, GE), Nationalrat Jaques-André Maire (SP, NE), Nationalrätin Christa Markwalder (FDP, BE), Nationalrätin Lisa Mazzone (GPS, GE) sowie die Ständeräte Robert Cramer (GPS, GE) und Claude Hêche (SP, JU).
Beim Treffen zwischen der armenischen Delegation und der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), vertreten durch Vizedirektor Manuel Bessler, wurden die Erfolge hervorgehoben, welche im Rahmen der Schweizer Projekte für die ländliche Bevölkerung Armeniens in der Käseproduktion erzielt wurden. Die DEZA hilft armenischen Bauernbetreiben bei der Diversifikation ihrer Milchproduktion und beim Export ihrer Produkte nach Georgien, in den Iran, in die Europäische Union (EU) und nach Eurasien.
Neben der nachhaltigen landwirtschaftlichen Entwicklung unterstützt die Schweiz in Armenien im Rahmen ihrer Kooperationsstrategie Südkaukasus 2017–2020 die territoriale Reform, die den Zusammenschluss von Gemeinden vorsieht, und die Förderung von Frauen, die sich politisch engagieren wollen. Überdies stellt Armenien aufgrund der geografischen Nähe zum Iran und zu Georgien einen Exportmarkt mit hohem Potenzial für die Schweiz dar.