Faisal El-Fayez präsidiert den jordanischen Senat seit Oktober 2015. Die 65 Mitglieder des Senats, davon 10 Frauen, werden vom jordanischen Staatsoberhaupt, König Abdullah II, für eine Dauer von vier Jahren ernannt.
Ständeratspräsident Ivo Bischofberger empfing die Delegation am 1. März in Bern. Beim offiziellen Treffen, an welchem ebenfalls der Vorsitzende der Parlamentarischen Gruppe Schweiz - Naher Osten, Nationalrat Carlo Sommaruga (SP, GE), teilnahm, wurden die bilateralen Beziehungen und aktuellen Herausforderungen thematisiert. Jordanien sieht sich derzeit angesichts der vielen Krisenherde in der Region einer schwierigen Lage gegenüber. Der Wegfall von Handelspartnern und die hohe Anzahl Flüchtlinge erschweren die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.
Nach dem offiziellen Arbeitstreffen mit Ständeratspräsident Ivo Bischofberger tauschten sich die Mitglieder der jordanischen Delegation mit Nationalratspräsident Jürg Stahl und weiteren Ratsmitgliedern aus.
Beim Gespräch mit Botschafter Manuel Sager, Direktor der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), dankte der jordanische Senatspräsident der Schweiz für die aktive Unterstützung im Land und in der Region. Die DEZA leistet in Jordanien und in den umliegenden Ländern humanitäre Hilfe und führt Projekte für den Schutz und die Unterstützung der notleidenden Bevölkerung. Die jordanische Delegation betonte jedoch auch, dass Jordanien ein Sicherheitsventil in der Region darstelle und die Stabilität Jordaniens eine hohe Bedeutung für die gesamte Weltgemeinschaft habe. Jordanien sei stark von der Syrienkrise betroffen, derzeit befänden sich 1,3 Millionen syrische Flüchtlinge im Land. Diese und rund 2 Millionen weitere Flüchtlinge aus der Region seien eine grosse Belastung für Jordaniens Infrastruktur. Für die Bewältigung der sich stellenden Herausforderungen sei die Unterstützung der Weltgemeinschaft notwendig.
Im Anschluss an die Gespräche im Bundeshaus stattete die Delegation Bundespräsidentin Doris Leuthard einen Besuch ab. Auch dabei schilderte die jordanische Delegation die volatile Lage in der Region und appellierte an das Verantwortungsbewusstsein der europäischen Staaten.
Das Treffen erwies sich für beide Seiten als äusserst interessant und aufschlussreich. Die Schweiz und das haschemitische Königreich Jordanien pflegen seit vielen Jahren sehr gute Beziehungen, welche in den vergangenen Jahren dank mehreren bilateralen Besuchen intensiviert werden konnten. Die beiden Länder weisen viele Gemeinsamkeiten auf: Beide sind relativ kleine, rohstoffarme Staaten mit ähnlich grosser Bevölkerung und einem hohen Ausländeranteil. Der Besuch der jordanischen Delegation wurde abgerundet mit einem Besuch des Getränkeherstellers Henniez (Nestlé Waters). Der Mineralwasserproduzent zeigte den ausländischen Gästen auf, wie er sich mit der engen Zusammenarbeit mit den Landwirtschaftsbetrieben in der Region für eine nachhaltige Wasserwirtschaft einsetzt und so seine Quellen schützt.