13. bis 15. September 2016

Nationalratspräsidentin Christa Markwalder hiess eine parlamentarische Delegation unter der Leitung des norwegischen Parlamentspräsidenten Olemic Thommessen am 13. September im Museum Franz Gertsch in Burgdorf offiziell willkommen. Es handelte sich bei diesem offiziellen Arbeitsbesuch um einen Gegenbesuch zu einer Delegationsreise des damaligen Nationalratspräsidenten Ruedi Lustenberger nach Dänemark und Norwegen. Der norwegische Parlamentspräsident wurde bei diesem Arbeitsbesuch vom norwegischen Vizeparlamentspräsidenten Svein Roald Hansen, den Parlamentsmitgliedern Marianne Aasen und Margunn Ebbesen sowie mehreren Mitgliedern der norwegischen Parlamentsdienste begleitet.

Während des offiziellen Arbeitsbesuchs in der Schweiz bot sich der norwegischen Delegation die Gelegenheit sowohl Möglichkeiten einer verstärkten interparlamentarischen Zusammenarbeit, welche in Anbetracht einer zunehmenden Internationalisierung der Politik und des Rechts in den vergangenen Jahren zusätzlich an Bedeutung gewonnen hat, zu eruieren als auch die Auswirkungen eben genannter Internationalisierung auf innenpolitische Entscheidungsprozesse zu thematisieren. Herr Thommessen, der seit dem 8. Oktober 2013 an der Spitze des norwegischen Einkammerparlaments mit 169 Mitglieder steht, und Frau Markwalder teilten die Einschätzung, dass die interparlamentarische Zusammenarbeit einen wichtigen Pfeiler der parlamentarischen Tätigkeit bildet.

In diesem Kontext ist auch über die Notwendigkeit gesprochen worden, die gemeinsamen Werte, welche ein friedliches Zusammenleben in einer offenen Gesellschaft in der Schweiz und in Norwegen ermöglichen, zu verteidigen. Auch die konstruktive Rolle der beiden Länder bei der Vermittlung in internationalen Konflikten, bei der Mediation und bei der Implementierung von Friedensprozessen bildete den Gegenstand eines reichhaltigen Austausches. Im Gespräch mit Nationalratspräsidentin Christa Markwalder wurden zudem auch über aktuelle Entwicklungen in Europa, insbesondere die Auswirkungen des britischen Verdikts über einen Austritt aus der EU (Brexit) sowie über Migration und Integration, diskutiert. Bildung, Forschung und Innovation waren ebenso Thema wie die Frauenquote in den Verwaltungsräten von kotierten norwegischen Unternehmungen.

Nach den offiziellen Arbeitstreffen mit Nationalratspräsidentin Christa Markwalder tauschten sich die Mitglieder der norwegischen Delegation mit Ständeratspräsident Raphaël Comte und Mitgliedern der EFTA/EU-Delegation aus. Ferner standen Höflichkeitsbesuche bei Frau Bundesrätin Doris Leuthard, beim stellvertretenden Staatssekretär im EDA, Herrn Alexandre Fasel sowie beim Chefunterhändler für die Verhandlungen mit der EU, Herrn Jacques de Watteville, an. Ein Besuch der Bundeskunstsammlung und ein Austausch mit dem Leiter der Fachstelle Internationaler Kulturgütertransfer beim Bundesamt für Kultur (BAK), welche seit dem 1. Juni 2005 mit dem Vollzug des Bundesgesetzes über den internationalen Kulturgütertransfer (KGTG) betraut ist, rundeten diesen Besuch ab.

 

Bilaterale Beziehungen zwischen der Schweiz und Norwegen

Norwegen und die Schweiz pflegen ausgezeichnete bilaterale Beziehungen. Im bilateralen Kontext führen die gemeinsamen Herausforderungen der europäischen Integration zu einer zusätzlichen Annäherung zwischen der Schweiz und Norwegen. Die Beziehungen zwischen den beiden Gründungsmitgliedern der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) werden insbesondere auch in eben diesem Rahmen ausgebaut.

Die Schweiz und Norwegen verbindet zudem ein starkes Engagement in den Bereichen der menschlichen Sicherheit. Dazu gehören Menschenrechte, Friedensförderung, humanitäre Politik und Migrationsfragen. Enge Kontakte bestehen auf multilateraler Ebene sowohl im Rahmen internationaler (z.B. UNO) wie auch regionaler Organisationen, z.B. Europarat und Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE).​