27. – 29. September 2016

Die Präsidentin des serbischen Parlaments traf sich im Rahmen eines offiziellen Arbeitsbesuches mit Nationalratspräsidentin Christa Markwalder (FDP, BE), Ständeratspräsident Raphaël Comte (FDP, NE) sowie dem Stadtpräsidenten der Stadt Bern, Nationalrat Alexander Tschäppät (SP, BE). Die bilateralen Beziehungen beider Länder, aber auch aktuelle politische Themen standen im Fokus des Besuches.

Maja Gojkovic wurde im April dieses Jahres als Präsidentin des neu gewählten Parlaments bestätigt. Als Mitglied der regierenden Fortschrittspartei präsidiert die Juristin aus dem Norden Serbiens das Parlament in Belgrad seit 2014. Die serbische Nationalversammlung ist ein Einkammerparlament mit 250 direkt gewählten Abgeordneten und einem Frauenanteil von über einem Drittel. Es handelt sich um den ersten offiziellen Besuch der Parlamentspräsidentin Gojkovic im Schweizer Parlament.

Nationalratspräsidentin Christa Markwalder empfing die Delegation in Bern. Im Fokus des Treffens standen Themen der bilateralen Zusammenarbeit. So unterstützt die Schweiz ein Projekt zur Förderung der dualen Bildung in Serbien. Frau Gojkovic betonte, dass die Schweiz für Serbien ein grosses Vorbild in Bildungsfragen darstelle und man hoffe auch in Zukunft auf eine enge Zusammenarbeit in diesem Gebiet. Frau Gojkovic tauschte sich bei einem Höflichkeitsbesuch ebenfalls mit Ständeratspräsident Raphaël Comte darüber, wie auch über aktuelle politische Themen aus. Serbien wurde als Transitland auf der Westbalkan-Route stark von der anhaltenden Migrationswelle getroffen. Das Land sei bemüht den Flüchtlingen rasch und unkompliziert humanitäre Hilfe zu leisten. Beide Seiten waren sich jedoch einig, dass für eine langfristige Bewältigung der sich stellenden Herausforderungen eine gemeinsame europäische Lösung notwendig sei.

Im Anschluss an die Gespräche im Bundeshaus stattete die Delegation dem amtierenden Stadtpräsidenten von Bern, Nationalrat Alexander Tschäppät, einen Besuch ab. Frau Gojkovic war von 2004 bis 2008 selbst Bürgermeisterin der Stadt Novi Sad. Das Treffen im Erlacherhof, dem Sitz des Stadtpräsidenten, erwies sich für beide Seiten als äusserst interessant und aufschlussreich.

Gleichzeitig mit dem Besuch der Parlamentspräsidentin fielen auch die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum der Eröffnung der ersten serbischen Botschaft in Bern. Im Rahmen der Festlichkeiten erwähnte die Nationalratspräsidentin die engen menschlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Serbien und der Schweiz. Frau Gojkovic betonte ebenfalls die enge Kooperation und merkte an, dass 100 Jahre eine lange Zeit sei, die auf die wunderbaren Beziehungen beider Länder schliessen lässt.

Serbien und die Schweiz pflegen ausgezeichnete bilaterale Beziehungen, nicht zuletzt aufgrund der bedeutenden serbischen Gemeinschaft in der Schweiz. Letzteres eröffnet zahlreiche Möglichkeiten des Austausches, insbesondere auch im kulturellen Bereich. Auf internationaler Ebene hat die aufeinanderfolgende Präsidentschaft der Schweiz (2014) und Serbiens (2015) in der OSZE zu einer regen und fruchtbaren Zusammenarbeit beigetragen.