​Am 31. Mai 2017 empfing Ständeratspräsident Ivo Bischofberger (CVP, AI) den spanischen Senatspräsidenten Pío García-Escudero Márquez zu einem Besuch im Schweizer Parlament. Der Gast aus Spanien traf nebst dem Ständeratspräsidenten auch Nationalratspräsident Jürg Stahl (SVP, ZH) sowie im Rahmen eines Höflichkeitsbesuchs den Vizepräsidenten des Bundesrates, Bundesrat Alain Berset, mit dem er sich über die Themen Altersvorsorge und Gesundheit unterhielt.
Der Delegation des spanischen Senatspräsidenten gehörten unter anderem auch der Generalsekretär des Senats, Manuel Cavero Gómez, und die spanische Botschafterin, Aurora Díaz-Rato Revuelta, an. Die Delegation interessierte sich für das Schweizer Berufsbildungssystem und besuchte deshalb am 1. Juni das Berufsbildungszentrum in Neuenburg (Centre professionnel du Littoral neuchâtelois, [CPLN]).

Ivo Bischofberger lobte im Gespräch mit Pío García-Escudero Márquez die ausgezeichneten Beziehungen zwischen der Schweiz und Spanien. In der Tat finden regelmässig hochrangige bilaterale Treffen statt: 2015 wurde der damalige Nationalratspräsident Stéphane Rossini im Rahmen seiner Präsidialreise von seinem spanischen Amtskollegen in Madrid empfangen und im selben Jahr traf die damalige Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga den spanischen Regierungschef Mariano Rajoy sowie den spanischen König Felipe VI.

Ständeratspräsident Ivo Bischofberger und sein spanischer Amtskollege sprachen eingehend über die Berufsbildungssysteme der beiden Länder und über die Rechtssetzungsbefugnisse des spanischen Parlaments im Bildungsbereich. Angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Spanien zeigte Pío García-Escudero Márquez grosses Interesse am dualen Bildungssystem der Schweiz. Er betonte, wie wichtig es für Spanien sei, ein besseres Gleichgewicht zwischen Studierenden und Lernenden herzustellen.

Im Anschluss an dieses Gespräch traf der Präsident des spanischen Senats Nationalratspräsident Jürg Stahl. Die beiden unterhielten sich über die Olympischen Spiele in Barcelona und über die Weltausstellung in Sevilla (1992); zwei Veranstaltungen, die grossen Anteil an der Modernisierung der Infrastrukturen der beiden Austragungsstädte hatten.

Die spanische Delegation kam ausserdem mit Mitgliedern der parlamentarischen Gruppe Schweiz–Spanien zusammen und diskutierte mit diesem unter anderem über die Beziehungen Spaniens zur Europäischen Union (EU). Der spanische Senatspräsident sagte, dass der Brexit für sein Land derzeit das dringlichste europapolitische Thema sei. Spanien unterstütze den Fahrplan für den EU-Austritt des Vereinigten Königreichs. Angesichts der vielen in Spanien wohnhaften Britinnen und Briten sowie der zahlreichen Spanierinnen und Spanier in Grossbritannien sei ein geordneter Austritt des Vereinigten Königreichs für Madrid sehr wichtig.

Am 1. Juni wurden der spanische Senatspräsident und seine Delegation von der Leitung des Neuenburger Berufsbildungszentrums (CPLN) empfangen und über die Besonderheiten des dualen Bildungssystems der Schweiz informiert, welches auf einer Partnerschaft zwischen dem Bund, den Kantonen und den Organisationen der Arbeitswelt beruht und die Jugendlichen arbeitsmarktbezogen ausbildet. Die spanischen Gäste besichtigten die Lehrsäle, Labors und Werkstätten der gewerblichen Berufsschule (Bereich Lebensmittelberufe) und der technischen Schule (Bereich Automation) und diskutierten mit Lernenden und Lehrkräften.

Das CLPN ist eines von drei Berufsbildungszentren des Kantons Neuenburg. Hier werden jährlich 2700 Personen vollzeitlich oder im dualen System (Betrieb und Berufsschule) ausgebildet und 740 Fachzeugnisse und Diplome in 55 verschiedenen Branchen vergeben.