Der ehemalige Basler Regierungsrat und Nationalrat Karl Schnyder ist tot. Der Gründer der früheren Demokratisch-Sozialen Partei (DSP) verstarb am 29. April im Alter von 84 Jahren. Schnyder gehörte der baselstädtischen Regierung von 1976 bis 1994 an.
Schnyder leitete das damalige Polizei- und Militärdepartement. In die Regierung gewählt worden war der einstige Gewerkschafter 1976 noch als Mitglied der SP.
Nach internen Auseinandersetzungen trat er jedoch aus der Partei aus. Schnyder hatte 1980 in der Folge der Jugendunruhen um ein Autonomes Jugendzentrum (AJZ) harte Polizeieinsätze gegen Demonstranten und Randalierer verteidigt, während die SP sich mehrheitlich "bestürzt" zeigte.
1982 gründet Schnyder mit weiteren ehemaligen Parteimitgliedern die Demokratisch-Soziale Partei (DSP), die bis ins Jahr 2009 bestand. Gerüchte über einen Parteiausschluss Schnyders bewogen zuvor eine grössere Gruppe von SP-Mitgliedern, die "Aktionsgemeinschaft Sozialdemokraten und Gewerkschafter" (ASG) zu gründen.
Schnyder sass von 1975 bis 1978 für die SP im Nationalrat. 1964 bis 1976 war er im baselstädtischen Grossen Rat, wo er während acht Jahren die Rechnungskommission leitete.
Nach seiner Regierungstätigkeit war Schnyder der erste Ombudsmann des Wirteverbands Basel-Stadt.