Auf Einladung der slowakischen EU-Ratspräsidentschaft treffen sich am 11. Juli  2016 die Vorsitzenden der Ausschüsse für Europaangelegenheiten der nationalen Parlamente in der EU, der Beitrittskandidaten und Partnerstaaten, namentlich die EFTA/EWR-Länder, in Bratislava. Miroslav Lajčák, slowakischer Aussenminister, wird an diesem Treffen die Schwerpunkte der slowakischen EU-Ratspräsidentschaft darlegen während Marianne Thyssen, EU-Kommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität, sich zu Herausforderungen in der europäischen Kohäsionspolitik äussern wird.

​Ständerätin Karin Keller-Sutter (FDP/SG) und Nationalrätin Kathy Riklin (CVP/ZH) werden die parlamentarische EFTA/EU-Delegation am Treffen der Vorsitzenden der Ausschüsse für Europaangelegenheiten der nationalen Parlamente in der EU (COSAC) am 11. Juli 2016 in Bratislava vertreten. An diesem Treffen werden sich Vertreter der nationalen Parlamente der EU-Mitgliedsstaaten, Beitrittskandidaten und Partnerstaaten, namentlich die EFTA/EWR-Länder, mit den Schwerpunkten der slowakischen EU-Ratspräsidentschaft befassen, namentlich die Themen Wirtschaftswachstum, digitaler Binnenmarkt und Migration. Zudem werden auch die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) und die Schaffung einer europäischen Energieunion Gegenstand der Beratungen bilden.

Die Slowakei strebt während ihrer Ratspräsidentschaft unter anderem eine Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion an, welche zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen soll. Zudem wird auch der Schaffung eines digitalen Binnenmarktes ein besonderer Stellenwert beigemessen. So soll während des slowakischen EU-Ratsvorsitzes insbesondere der Abbau von Hemmnissen für die digitale Wirtschaft, die Vereinfachung der Nutzung von elektronischen Diensten und des Marktzugangs, die Verfügbarkeit von digitalen Inhalten sowie ein hohes Verbraucherschutzniveau gefördert werden.

Im Bereich Migration soll unter slowakischem Vorsitz dem Schutz der EU-Aussengrenzen sowie der Integrität des Schengen-Raums Priorität beigemessen werden. In diesem Kontext wird auch das Projekt «Intelligente Grenzen» (Smart Borders) vertieft werden, welches zur Bekämpfung der irregulären Einwanderung beitragen und die Abfertigung von Passagieren mit moderner Technik beschleunigen soll. Dieses Projekt wird unter Einbezug der EU-Mitgliedstaaten und der an Schengen assoziierten Staaten entwickelt. Die Schweiz nimmt in diesen Arbeiten teil und kann ihre Position einbringen.

Die 1989 in Madrid als informelle Gesprächsplattform der nationalen Parlamente gegründete COSAC wurde 1997 im Protokoll zum Vertrag von Amsterdam «über die Rolle der einzelstaatlichen Parlamente in der Europäischen Union» verankert und bietet heute eine wertvolle Plattform zur Intensivierung des interparlamentarischen Dialogs und Interessensvermittlung. Seit 2015 ist auch die Schweiz ist an den halbjährlich stattfindenden Treffen der Vorsitzenden der Ausschüsse für Europaangelegenheiten der nationalen Parlamente vertreten.