Bern (sda) Die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrates (SiK) ist vom neuen Rekrutierungssystem für die Armee überzeugt. Die heiklen "Sex-Fragen" in den Persönlichkeitstests würden gestrichen oder umformuliert.

Wie Paul Günter (SP/BE) namens einer SIK-Subkommission am Dienstag vor den Medien erklärte, können neuerdings unliebsame Fragen übersprungen werden. Fragen nach Homosexualität, Missbrauch in der Kindheit oder Suizide in der Familie würden neu gestellt. "Man darf auch lügen", sagte Günter.

Die SIK werde die Rekrutierung weiter begleiten, sagte Präsident Josef Leu (CVP/LU). Ziel der neuen bis zu drei Tage dauernden Aushebung sei es, die Zahl der aus psychischen oder physischen Gründen aus der Rekrutenschule ausscheidenden Stellungspflichtigen von 20 auf 10 Prozent zu senken.

Dies sei im Interesse der Jungen, der Armee und der Steuerzahlenden, sagte Leu. Die Kommission habe sich im Rekrutierungszentrum Mels SG ins Bild gesetzt und festgestellt, dass professionell und wissenschaftlich untermauert gearbeitet werde.

Laut Leu hat sich bisher nur ein Stellungspflichtiger von 14 000 geweigert, die Fragebögen auszufüllen. In der "Kundenbefragung" hätten sich 95 Prozent der Auszuhebenden mit dem neuen Rekrutierungssystem einverstanden erklärt.

"Pechresistenter" werden

Die SIK hat sich auch mit der Sicherheit an Grossereignissen wie dem G8-Gipfel in Evian befasst. Die Erwartungen an die Schweiz seien zwar erfüllt worden, doch hätte die Zusammenarbeit von Bund, Kantonspolizeien und Armee noch "eleganter" sein können, sagte Leu.

Mit Blick auf den Weltgipfel über die Informationsgesellschaft im Dezember in Genf und das Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar 2004 müsse die Sicherheit "pechresistenter" garantiert werden, sagte Leu. Wenn nationale Interessen im Spiele seien, dürften sich die Kantone nicht hinter ihrer Polizeihoheit "verstecken".