Bern (sda) Das Parlament freut sich auf die Fussball-Europameisterschaft EURO 08. Die Nationalratskommission hat den Beitrag des Bundes sogar noch um 10,5 Millionen Franken aufgestockt, um die Sicherheitskosten der Städte zu übernehmen.

«Die Freude überwiegt», sagte Kathy Riklin (CVP/ZH) als Präsidentin der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) am Freitag vor den Medien im Bundeshaus: Eintreten war unbestritten, und mit 15 zu 0 Stimmen bei 6 Enthaltungen hiess die WBK den von 72 auf 82,5 Millionen Franken erhöhten Kredit gut.

Keine Aussicht auf UEFA-Geld

Mit 21 zu 2 Stimmen verwarf die Kommission einen Rückweisungsantrag, mit dem die Grünen neben einer «gerechten» Verteilung der Gesamtkosten von 182,1 Millionen auf den Bund, die Kantone und die Austragungsorte Basel, Zürich, Bern und Genf auch die Überwälzung der Sicherheitskosten auf die UEFA verlangten.

«Es gibt keine Aussichten auf UEFA-Beiträge an die Sicherheit ausserhalb der Stadien», sagte Riklin und verwies auf Verträge, in die allerdings nicht die WBK, sondern nur die Finanzkontrolle Einsicht genommen hatte. Für den Europäischen Fussballverband gelte das Prinzip: «You bring the house, we bring the party.»

Städte werden entlastet

Verständnis zeigte die Kommission hingegen für die Sorgen der Austragungsstädte. Auf Antrag von Martine Brunschwig Graf (LPS/GE) beschloss sie mit 16 zu 6 Stimmen, dass der Bund deren Sicherheitskosten von 10,5 Millionen übernimmt. Laut Riklin wird so auch die Gefahr allfälliger städtischer Finanzreferenden gebannt.

Nach dem Vorschlag der WBK wird der Bund an die insgesamt 64,4 Millionen für die Sicherheit der EURO 08 neu 35,7 statt 25,2 Millionen beitragen. Die restlichen 28,7 Millionen sollen unverändert die Kantone übernehmen.

Mit 11 zu 8 Stimmen bei 5 Enthaltungen lehnte die WBK einen Antrag ab, den Städten 17 Millionen zuzuweisen und damit auch EURO-Delegierte, Rahmenprogramme und andere Projekte zu finanzieren.

Knapp mit 11 zu 10 Stimmen bei 2 Enthaltungen scheiterte auch ein Vorschlag für 12 Millionen.

Minderheitsanträge

In der Höhe völlig unbestritten waren laut Riklin nur die 8 Millionen für das Zürcher Letzigrund-Stadion und das Stade de Genève. Bei den andern Kreditposten (5 Millionen für Breitensport und Anlässe, 4 Millionen für Kombitickets Eintritt/ÖV, 7 Millionen für Projektleitung, 10 Millionen für Landeswerbung) gibt es wie bei der Sicherheit Minderheitsanträge.

Mit dem Bundesrat setzte die Kommission 10 Millionen als Reserve ein. Nach Auskunft Riklins sicherte Sportminister Samuel Schmid zu, diese Mittel würden nur bei ausserordentlichen Bedingungen angetastet. Dies hatte sich zuvor schon die Sicherheitspolitische Kommission ausbedungen.

Alles auf dem Tisch

Bei der Vorlage zur Kandidatur von 2002 hatten Bundesrat und Parlament den Bundesbeitrag an die EURO 08 noch auf bloss 3,5 Millionen veranschlagt. Durch die Steigerung auf über 80 Millionen liess sich die WBK nicht beirren, obschon sich die Finanzkommission in ihrem Mitbericht befremdet gezeigt hatte.

Vor allem die Sicherheitskosten seien zunächst stark unterschätzt worden, sagte Riklin. Nun aber liege alles auf dem Tisch, was einer Salamitaktik vorzuziehen sei. Riklin hofft, «dass dies die letzte Botschaft ist». Ein Finanzdebakel wie bei der Expo befürchtet sie jedenfalls nicht.

Die Euro 08 wird gemeinsam mit Österreich durchgeführt. Sie beginnt am 7. Juni 2008 in Basel. Der Final findet am 29. Juni 2008 in Wien statt. Von den 31 Spielen finden 15 in der Schweiz statt: 6 in Basel, je 3 in Zürich, in Bern und in Genf.