Bern (sda) Die ständerätliche Verkehrskommission (KVF) erwartet, dass der Streik in der SBB Cargo Werkstätte Bellinzona umgehend beendet wird. Auch die Tessiner Behörden sollten sich für eine rasche Lösung des Arbeitskonfliktes engagieren.

Ein Ende des Streiks sei nötig, damit der bis anhin angerichtete volkswirtschaftliche Schaden nicht weiter steige und das Wohlwollen, das die Bevölkerung für die SBB und ihr Personal hege, nicht zerstört werde, sagte KVF-Präsident Peter Bieri (CVP/ZG) am Dienstag vor den Medien in Bern.

Die Kommission hat im Beisein von Bundesrat Moritz Leuenberger und SBB-CEO Andreas Meyer eine Aussprache zur Situation bei Cargo SBB geführt. Es sei nicht Sache des Parlaments, sich in die aktuelle Debatte einzumischen, sagte Bieri. Hingegen stehe das Parlament in einer Mitverantwortung.

Die KVF beobachte die Situation bei SBB Cargo im Tessin mit grosser Sorge, sagte Bieri. Sie bedaure, dass die Spitze der SBB und die Streikenden bisher nicht zu einer einvernehmlichen Lösung gefunden hätten. Ein Streik gehöre nicht zur Tradition im Arbeitsverhältnis der bundeseigenen Betriebe.

Die gelebte Sozialpartnerschaft und der Arbeitsfriede gehörten zu den herausragenden Eigenschaften der Schweiz, sagte Bieri. In diesem Sinne seien Verhandlungen aufzunehmen, ohne dass zuvor Bedingungen gestellt würden, die der anderen Seite keinen Handlungsspielraum liessen.

Eine Verlängerung des Streiks werde die Bereitschaft privater Investoren zunehmend schmälern, sagte Bieri. Man könne ein Werk nicht künstlich am Leben erhalten, das sich im Markt nicht behaupte. Unangenehm berührt zeigte sich Bieri vom Lohn Meyers. Der Bundesrat sollte über ein solch "hochsensibles" Thema besser Bescheid wissen.