Nationalratspräsidentin Christa Markwalder (FDP/BE) weilte vom 18. bis 19. November 2016 auf Einladung des Präsidenten des albanischen Parlaments in Albanien. Im Zentrum der Gespräche standen die bilateralen Beziehungen, der albanische Reformprozess, die EU-Integration und die Entwicklungszusammenarbeit.

Während des zweitägigen Aufenthalts in Albanien hat Nationalratspräsidentin Christa Markwalder mit ihrem Amtskollegen Ilir Meta, mit Staatschef Bujar Nishani, mit Premierminister Edi Rama sowie mit weiteren Parlamentariern Gespräche geführt. Alle Gesprächspartner bedankten sich für die grosszügige Unterstützung im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit. Die Schweiz ist der zweiwichtigste bilaterale Geldgeber mit rund 90 Millionen Franken für die Periode 2014-2017. Etwa 25 Kooperationsprojekte in folgenden vier prioritären Bereichen werden dabei unterstützt: Demokratisierung und Stärkung der Gemeindeverwaltungen; wirtschaftliche Entwicklung und Unternehmertum; urbane Infrastruktur und Energie; Gesundheit. Mit ihrer Unterstützung leistet die Schweiz auch einen Beitrag für die Annäherung Albaniens an die EU. Nach dem NATO-Beitritt 2009 bleibt die Integration in die EU die oberste Priorität Albaniens. Im Juni 2014 stimmte der Europäische Rat der Verleihung des Beitrittskandidatenstatus an Albanien zu, nachdem die EU-Kommission in ihrem Bericht die albanische Regierung für ihre Reformfortschritte (insb. Kampf gegen die Korruption und organisiertes Verbrechen sowie im Justizbereich) gelobt hatte. Für die Eröffnung von Beitrittsverhandlungen sind weiterreichende Reformen jedoch erforderlich, insbesondere im Bereich der Rechtsstaatlichkeit.

Die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Albanien sind gut und wurden auf diplomatischer Ebene 1970 aufgenommen. Die geplanten Reformen könnten einen positiven Effekt auf Intensivierung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen haben, weil sie insbesondere mehr Sicherheit für potentielle Investoren gewährleisten würden.

  In Durres, wichtigste Hafenstadt und zweitgrösste Stadt Albaniens wurde Christa Markwalder von Bürgermeister Vangjush Dako zu einem Gespräch eingeladen. Die Schweiz unterstützt vor Ort Projekte im Bereich der Dezentralisierung und der lokalen administrativen Entwicklung.