Vom 10. bis 15. Oktober 2010 weilte Ständeratspräsidentin Erika Forster-Vannini (FDP/SG) zu einem Besuch in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Als Erstes besuchte sie den UNO-Hauptsitz in New York, wo sie von alt Bundesrat Joseph Deiss, dem amtierenden Präsidenten der UNO-Generalversammlung, empfangen wurde. Im Hinblick auf die Schweizer Kandidatur für einen Sitz im UNO-Sicherheitsrat traf sich Erika Forster-Vannini auch mit dem österreichischen Vertreter, dessen Land derzeit einen der nicht ständigen Sitze im Sicherheitsrat innehat. Neben den Besuchen der Schweizer Mission bei der UNO und des Generalkonsulats führte die Präsidentin Gespräche mit Vertretern des Globalen Pakts der Vereinten Nationen (Global Compact). Dieser im Jahr 2000 am Weltwirtschaftsforum in Davos lancierte Pakt unter der Schirmherrschaft des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kofi Annan fordert Grossunternehmen auf, sich gemeinsam mit der Zivilgesellschaft und den Organisationen der Vereinten Nationen für die Einhaltung verschiedener Prinzipien im Bereich der Menschenrechte, des Umweltschutzes und der Korruptionsbekämpfung zu engagieren.
Anschliessend begab sich die Ständeratspräsidentin nach Washington D.C., wo sie die Schweizer Vertreter beim Internationalen Währungsfonds (IMF) und bei der Weltbank traf und ausserdem von Murilo Portugal, dem stellvertretenden Generaldirektor des IMF, empfangen wurde. Im Mittelpunkt dieser Gespräche standen die Vorkehren zur Abwendung einer Wirtschaftskrise sowie die Devisenkurse und deren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.
In Washington fanden ausserdem Gespräche mit Verantwortlichen des Büros des US-Handelsdelegierten (Office of the United States Trade Representative) und Mitgliedern der amerikanischen Handelskammer über die Handelsbeziehungen zwischen den USA und der Schweiz statt. Die Ständeratspräsidentin wurde zudem im Aussenministerium (State Departement) empfangen, wo die Vertretung der amerikanischen Interessen im Iran und die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und den USA zur Sprache gebracht wurden.
Erika Forster-Vannini nutzte ihre Reise auch, um an der Georgetown University mit Vertretern des Woodrow Wilson International Center for Scholars und mit dem Präsidenten des US-Atlantikrats über die amerikanische Politik zu diskutieren. Dabei kamen innenpolitische Themen wie die Zwischenwahlen sowie aussenpolitische Fragen wie die Lage im Nahen Osten und in Afghanistan zur Sprache.
Abschliessend besuchte die Präsidentin die National Institute of Health in Bethesda (Maryland). Diese Behörde ist mit einem Jahresbudget von über 30 Milliarden Dollar der weltweit grösste Geldgeber für medizinische Forschung. Mehr als 80 Prozent des Budgets dienen der Finanzierung von medizinischen und biomedizinischen Forschungsprojekten an 3‘000 Universitäten und Instituten in den USA und in der ganzen Welt.
Die Ständeratspräsidentin wurde bei ihrer Reise von ihrem Ehegatten Ueli Forster und von Philippe Schwab, dem stellvertretenden Generalsekretär der Bundesversammlung und Sekretär des Ständerates, begleitet.
Der letzte USA-Besuch eines Ständeratspräsidenten datiert aus dem Jahr 1994.