Nationalratspräsident Dominique de Buman (CVP, FR) weilte vom 13. bis 16. Oktober 2018 auf Einladung seiner Amtskollegen in Senegal und Guinea. Bei den offiziellen Gesprächen standen die bilateralen Beziehungen sowie regionale und globale Themen im Vordergrund.

​Die Schweiz war eines der ersten europäischen Länder, welche die Unabhängigkeit Senegals (1960) und Guineas (1958) anerkannt haben, was von den verschiedenen Gesprächspartnern positiv hervorgehoben wurde.

Bei seinem Aufenthalt in der senegalesischen Hauptstadt Dakar führte Nationalratspräsident Dominique de Buman mit seinem Amtskollegen Moustapha Niasse ein Gespräch. Dabei kamen verschiedene Themen zur Sprache, so u. a. die bilateralen und interparlamentarischen Beziehungen, die Sicherheit und die Berufsbildung. Das Schweizer Berufsbildungsmodell wird in Senegal (wie auch in Guinea) sehr geschätzt, weshalb es sinnvoll wäre, hier eine enge Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Senegal zu erwägen. Als mögliche Felder der Zusammenarbeit wurden auch die Themen Wasser und erneuerbare Energien (u. a. Solarenergie) genannt.

Im Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der Rohstoffbranche (aus Politik, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft) diskutierten die Delegationen beider Länder über die Herausforderungen der Förderung und des Handels mit diesen Ressourcen. Senegal verfügt über grosse Erdöl-, Erdgas- und Goldvorkommen, ist u. a. aber auch ein sulfat-, titan- und kobaltreiches Land. Die Schweiz ist die wichtigste Drehscheibe für den Handel mit verschiedenen Rohstoffen, insbesondere mit Gold. Beide Delegationen waren sich einig darüber, dass es wichtig ist, eine ausgewogene und gerechte Verteilung der Verantwortung und der Gewinne im Rohstoffbereich zu gewährleisten. Senegal steht vor der Herausforderung, sein Know-how zu den verschiedenen Prozessen der Rohstoffbranche, d. h. zur Förderung, zur Produktion und zum Handel, auszubauen.

Zu guter Letzt hielt der Nationalratspräsident als Ehrengast eine Ansprache bei der Einweihung der gerade neu renovierten Schweizer Botschaft in Dakar.

Anschliessend reiste der Nationalratspräsident in die guineische Hauptstadt Conakry, wo er vom Präsidenten der Nationalversammlung, Claude Kory Kondiano, empfangen wurde. Mit diesem sowie mit Aussenminister Mamadi Touré diskutierte Dominique de Buman über die bilateralen Beziehungen, die (offenbar fehlenden) Infrastrukturen, Berufsbildung, Rohstoffe und Migration. Als «Wasserschloss» Westafrikas verfügt Guinea bei der Energieerzeugung und der Lebensmittelproduktion (Bewässerung usw.) über ein Potenzial, das noch besser genutzt werden könnte. Der Nationalratspräsident betonte, dass die Schweiz nur schwer Grossprojekte finanzieren kann, sie Guinea aber ihr Fachwissen zur Verfügung stellen könnte.

Beim Besuch der Internationalen Organisation für Migration (IOM) wurden Wiedereingliederungsprojekte für junge Menschen präsentiert, die nach einem erfolglosen Fluchtversuch nach Europa nach Guinea zurückgekehrt sind. Auch in diesem Bereich kann Guinea als das afrikanische Land südlich der Sahara mit den meisten Rückkehrenden auf die Unterstützung der Schweiz zählen.

Im Rahmen eines Höflichkeitsbesuchs beim guineischen Staatspräsidenten Alpha Condé erfuhr der Nationalratspräsident, dass vermehrte Investitionen der Schweiz in Guinea erwünscht sind. De Buman wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Schweizer Unternehmen frei wählen können, wo sie investieren, und dass ihre Entscheidung oft von bestimmten Faktoren abhängt (politische Stabilität, Zustand der Infrastrukturen usw.).

Zu guter Letzt besuchte der Nationalratspräsident das Krankenhausschiff Africa Mercy,welches zurzeit im Hafen von Conakry vor Anker liegt. Bei dieser Gelegenheit konnte er sich mit Freiwilligen aus der Schweiz austauschen, die derzeit in verschiedenen Bereichen an Bord arbeiten.